11.03.2010
1000 Paar Stützen für Haiti sind der Anfang
Spendenaktion von zwei Gremien bei Meyra gemeinsam mit IG-Metall-Ortsverband Lippe angelaufen / Erster Lkw voll
VON THILO KÖTTERS

Vlotho/Kalldorf (va). Hans Mielke ist ein großes Stück vorangekommen. Als Vorsitzender des Meyra-Betriebsrates organisiert er zurzeit eine Hilfsaktion für Haiti (VA berichtete). Jetzt konnte er sage und schreibe 1000 Paar Gehhilfen für das arg getroffene Land auf die Reise schicken.

Rein in den Lkw: Die Organisatoren der Spendenaktion - (unten, von links) Sekip Meretuk vom Vertrauenskörper, Betriebsratsvorsitzender Hans Mielke und Reinhard Seiler, 1. Bevollmächtigter des IG-Metall-Ortsverbands Detmold - und Meyra-Mitarbeiter Michael Theunert (oben) packen beim Verladen der Gehhilfen mit an. VA-Foto: Thilo Kötters
Rein in den Lkw: Die Organisatoren der Spendenaktion - (unten, von links) Sekip Meretuk vom Vertrauenskörper, Betriebsratsvorsitzender Hans Mielke und Reinhard Seiler, 1. Bevollmächtigter des IG-Metall-Ortsverbands Detmold - und Meyra-Mitarbeiter Michael Theunert (oben) packen beim Verladen der Gehhilfen mit an. VA-Foto: Thilo Kötters

Die Hilfsorganisation "Unsere kleinen Brüder und Schwestern" hatte bereits vor dem Erdbeben bei Mielke angeklopft. Im Auftrag eines Kinderkrankenhauses meldete es einen noch überschaubaren Bedarf an - acht Paar Gehilfen und elf Rollstühle wurden erbeten. Dann die Erdbebenkatastrophe - und plötzlich vervielfältigte sich die Zahl der Bedürftigen und damit der Bedarf an Hilfsmitteln. 200 Rollstühle für Kinder, 100 Rollstühle für Erwachsene, 200 Rollatoren und 200 Gehhilfen stehen nun auf der Liste der dringend benötigten Utensilien.

Mielke musste nicht lange suchen - bei der Meyra-Geschäftsleitung traf er auf Hilfsbereitschaft. Sie will alle benötigten Artikel zur Verfügung stellen, kann dies allerdings nicht gratis tun. Immerhin: Für die Hilfsmittel fallen nur die reinen Materialkosten an. Außerdem stockte das Unternehmen die 200 Paar Gehhilfen von der Wunschliste auf 1000 auf.

Doch jetzt beginnt für die Organisatoren - den Meyra-Betriebsrat und den Vertrauenskörper der IG Metall bei Meyra - die eigentliche Arbeit. Die Suche nach Spendern. Doch das Potenzial hat sich erhöht: Mit im Boot ist seit kurzem auch der IG-Metall-Ortsverband Detmold. Da diesem rund 130 Betriebe im der metall-, kunststoff- und holzverarbeitenden Industrie im gesamten Kreis angehören, hofft Mielke auf eine große Resonanz. Denn es geht um eine Menge Geld. Rund 40 000 Euro müssen zusammenkommen, bis auch der letzte Lkw starten kann. Auch die Transportkosten müssen von Spendern übernommen werden. Hier konnten die Initiatoren die Spedition Hellmann gewinnen. Sie bezahlt nicht nur den Transport bis zum Hafen, sondern auch die Verschiffung bis Haiti. Gestern bereits gingen die ersten 1000 Gehhilfen auf den Weg. Sie sind wurden auf einen Lkw geladen. Den hatte allerdings ein anderer Sponsor geschickt: Die US-Botschaft in Österreich trat dafür als Geldgeber auf.

Damit bald auch Rollstühle und Rollatoren bezahlt sind und auf die Reise gehen können, sind jetzt die Menschen in der Region aufgerufen, einen Beitrag zu leisten. Hans Mielke ist optimistisch, dass die Spendenaktion ein Erfolg wird. Schließlich ist das Erdbeben in Haiti nicht die erste Katastrophe, für die er sich ins Zeug legt: 1999 führte der Meyra-Betriebsrat die erste Aktion für Erdbebenopfer, damals in der Türkei, durch. Anfang 2005 nach dem Tsunami folgte die nächste. "Die Aktion für Haiti übersteigt die ersten beiden vom Spendenvolumen aber erheblich", sagt er.

Spenden für die Aktion können auf das Konto von "Unsere kleinen Brüder und Schwestern e.V." überwiesen werden: Konto 12 000 bei der Sozialbank Karlsruhe, BLZ 660 205 00. Hans Mielke ist bei Meyra unter Telefon (0 57 33) 9 22 -1 09 zu erreichen.

Dokumenten Information
Copyright © Vlothoer Anzeiger 2010
Dokument erstellt am 10.03.2010 um 22:25:16 Uhr


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