Fehlendes Radwegstück in Exter kostet 300 000 Euro / Letzte Gelder fließen nach Bielefeld
Sven Johanning, Pressesprecher bei Straßen NRW in Bielefeld, kann den Ärger der Exteraner verstehen. Diese wollen nach jahrelangem Warten nun mobil machen und für die Vollendung des Radweges zwischen Exter und Bad Salzuflen kämpfen. Mehrere Veranstaltungen waren beim Ortstermin angekündigt worden. (VA berichtete).
Der Blick nach Bad Salzuflen: Unweit der Glimkestraße führt ein Rad- und Fußweg in die benachbarte Kurstadt. VA-Fotos: Michaela Berbalk
Sven Johanning ist "guten Mutes", dass es im nächsten Jahr losgehen kann. Denn die fehlenden 600 Meter stünden ganz oben auf der Prioritätenliste des Regionalrates.
Für die weitere Bau-Verzögerung gebe es mehrere Gründe, die Sven Johanning gestern Abend auf VA-Anfrage erläuterte. "Wir wollten eigentlich im vergangenen Jahr bauen, die Ausschreibungen wurden vorbereitet", so der Pressesprecher.
Grundstücksprobleme noch nicht geklärt
Doch die Planungen hätten sich doch noch hingezogen, da der Radweg - auf Wunsch der Stadt Vlotho - auf die Westseite der Detmolder Straße verlegt worden sei. "Dadurch ergeben sich andere Landschaftseingriffe", so Johanning. Das größere Problem: fehlende Grundstücke, die Verhandlungen mit Eigentümern sind noch nicht abgeschlossen. " Es fehlen noch zwei Grundstücke. Die Stadt Vlotho ist dran. Und ich denke, dass sie das hinkriegen wird".
Auch wenn diese Gespräche in diesem Jahr positiv verlaufen würden, gebe es dennoch keinen Spatenstich in 2010. Die "Kasse" sei leer. 790 000 Euro habe das Land für Radwege-Projekte im heimischen Bereich (darunter fallen die Kreise Gütersloh und Herford sowie die Stadt Bielefeld) für dieses Jahr zur Verfügung gestellt. Von dieser Summe gehen 500 000 Euro für sogenannte Bürgerradwege "drauf". Darunter fallen Projekte, die mit Eigeninitiative von Bürgern unter Bezuschussung des Landes gebaut werden. Von den restlichen knapp 300 000 Euro müsse der Landesbetrieb schließlich noch angefangene Arbeiten aus Folgejahren abwickeln. Ein wichtiger Radweg in Bielefeld koste allein 200 000 Euro.
"Für Exter fehlt uns in diesem Jahr das Geld"
"Kurzum, für Exter fehlt uns leider in diesem Jahr das Geld", sagt Sven Johanning, der das lange Warten auf den Radweg ebenfalls bedauert: "Uns ärgert das auch".
Nicht nur bei Straßen NRW füllt die Radweglücke an der Detmolder Straße die Aktenordner. Auch Exteraner Politiker haben Abstimmungsgespräche, Planungsschritte und mehr aufgelistet. So sind in den Unterlagen von August-Wilhelm König (Grüne Liste Vlotho) Notizen zu verschiedenen Umplanungsmaßnahmen und Grunderwerbsproblemen verzeichnet. So ging es in 2007 und 2008 beispielsweise um den Erhalt einer Hofmauer, die für das Landschaftsbild prägende Eigenschaft habe. Bis ins Jahr 2009 hinein wurde dann über eine Fahrbahnverschwenkung diskutiert.