Marcel Bengs schlüpfte in die Rolle eines Abgeordneten / 18-Jähriger führt hitzige Debatten
Bis in den späten Abend lieferten sich die 307 jungen Erwachsenen zwischen 16 und 20 Jahren hitzige Debatten über Gesetzesvorschläge, Anträge und führten Koalitionsgespräche.
Marcel Bengs erlebte hautnah mit, wie ein Leben als Abgeordneter ist und räumt direkt mit einem Klischee auf. "Politiker sind nicht so faul, wie ihr Ruf. Das ist ein ganz schön anstrengender Beruf, aber auch sehr spannend", berichtet der Schüler begeistert.
Auf Einladung des heimischen SPD-Bundestagsabgeordneten Wolfgang Spanier durfte Marcel Bengs seine "Dienstreise" in die Hauptstadt antreten. Für ihn ein unvergessliches Erlebnis. "Es war ein aufregendes Gefühl, vorne am Rednerpult zu stehen und sich vorzustellen, die Interessen der Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland zu vertreten" erzählt der 18-Jährige.
In fünf fiktiven Parteien diskutierten die Teilnehmer unterschiedliche Gesetzesvorschläge in Fraktionssitzungen, Ausschüssen und schließlich im Plenum. Der Ablauf sei so realistisch wie möglich gestaltet worden, berichtet Bengs.
Ob der Einblick einen Einfluss auf seine spätere Berufswahl hat, darüber ist sich Marcel, der sich seit einem halben Jahr in der SPD engagiert, noch nicht sicher. "Ich werde die Erfahrungen aber auf jeden Fall mit in meine beruflichen Planungen einbeziehen", sagt er schmunzelnd. Und nennt damit zugleich auch einen Grund für seinen zweiten parlamentarischen Einsatz. Für drei Tage übernahm er mit 187 Jugendlichen zwischen 15 und 20 Jahren beim 2. Jugend-Landtag NRW die Rolle der Abgeordneten. Die Jugendlichen debattieren und entscheiden über jugendrelevante Themen wie Zeugnisse für Lehrer, Drogen, Cyber-Mobbing oder Killerspiele. Marcel Bengs war in der SPD-Fraktion und plädierte für eine stärkere Bewertung der Lehrer oder sprach sich gegen ein Verbot von gewalttätigen Computerspielen aus.
Die Zusammenarbeit mit den anderen Parteien lief - anders als in der Realität - recht harmonisch ab. "Fast alle Beschlüsse wurden einstimmig gefällt", erklärt der Bad Oeynhauser.
Einige Beschlüsse der Jugendlichen werden womöglich sogar umgesetzt. Denn der Jugend-Landtag war mehr als nur ein Planspiel. Die Beschlüsse der Teilnehmer landen nicht im Papierkorb, sondern werden an die professionellen Fachausschüsse des Landtags NRW weitergeleitet. "Also, das wär natürlich toll, wenn die Politiker unsere Vorschläge aufgreifen. Ich verfolge das gespannt weiter", erklärt Marcel Bengs, der nach den unzähligen politischen Debatten nun erst mal seine Sommerferien genießt.
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