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06.10.2009
Sich im Licht ganz neuer Ideen sonnen
5200 Straßenleuchten sollen bis zum Jahr 2015 modernisiert werden / Kosten betragen vier Millionen Euro
VON PETER STEINERT

Bad Oeynhausen (va). Neue, sparsamere Technik braucht das Land. Die bisherigen Straßenlampen haben laut gesetzlicher Vorgabe bis 2015 ausgedient, das Innenleben muss ausgetauscht werden.

Weitsichtig: Josef Lindthaler hat mehrere Lösungen für künftige Beleuchtungsvarianten entwickelt. Inzwischen kann er auch Module für LEDs anbieten, die Straßenlampen umweltschonender und preiswerter betreiben lassen. Das Bild entstand im Testraum des Unternehmens an der Vlothoer Straße. Fotos: Peter Steinert

Für Stadtwerke-Chef Herbert Oepen solle damit "lieber heute als morgen" begonnen werden. Vier Millionen Euro Kosten kommen voraussichtlich auf die Stadt zu. "Das ist praktizierte Entschuldung", verdeutlicht Oepen, der weiß, dass sich die Umrüstung in drei bis vier Jahren amortisiert hat.

Dauerbrenner:Im Eisenbahn-Tunnel zum Sültebusch ist es Tag und Nacht hell.

Die Technik dazu könnte aus Bad Oeynhausen kommen. Von "Imago" an der Vlothoer Straße. Wo an dieser leuchtenden Zukunft in Konkurrenz zu den Großen der Branche wie Hella und Osram gearbeitet wird. "Wir haben die Lösungen", sagt Techniker Josef Lindthaler, der sich schon bald im Licht seiner Ideen sonnen will.

Zum besseren Verständnis seiner Pläne geht der gebürtige Österreicher gerne vor die Tür, dort wo die Straßenlaternen stehen. Die bisherige Quecksilberdampflampe habe als Energiefresser ausgedient, sagt er und zeigt auf eine der Bogenlampen im Bereich von Weserstraße und Vlothoer Straße. Ersatz könne es in Form von gelb-orange leuchtenden Natriumdampflampen geben. "Außerhalb der Städte ist das möglich, nur nicht in der Stadt selber. Denn das, was man dann nachts sieht, das ist alles grau. Diese Lampe frisst die Farbe."

Eine vernünftige Alternative ist laut Lindthaler die LED-Leuchte mit einem in seinem Haus entwickelten Modul. "Das spart nicht nur Energie sondern auch Wartungskosten." So könnte beispielsweise die Straße bis 22 Uhr mit voller Kraft ausgeleuchtet werden, danach bis 6 Uhr morgens nur mit 50 Prozent. "Die Technik macht das problemlos möglich." "Imago" ist längst über das Versuchs-Stadium hinaus. Lindthaler: "Wir haben im Laufe des Jahres eine LED-Beleuchtung gebaut und seit mehreren Monaten in Höxter im Dauereinsatz getestet. Diese Leuchte ist universell einzusetzen und im Preis-Leistungsverhältnis mit Fernost-Produkten konkurrenzfähig."

Beim Test in Höxter sei eine 240-Watt Quecksilberdampflampe durch eine 50-Watt LED-Leuchte ersetzt worden. "Wir sind heute in der Lage, LED-Leuchten mit bis zu 100 Watt zu bauen. Das entspricht einer Lichtleistung von etwa 10 500 Lumen oder einer 800-Watt Glühbirne." Allein in Bad Oeynhausen müssen 5200 Leuchten modernisiert werden. Als Testobjekt könnte sich der Sültebusch-Tunnel anbieten. "Da brennt das Licht 24 Stunden am Tag", sagt Lindthaler, der bei Oepen damit auf offene Türen stößt.

"Das ist ein gutes Beispiel", freut sich der Stadtwerke-Vorstand, der allerdings bei der Erneuerung der Straßenbeleuchtung vor ungelösten Problemen steht. "Derzeit ist die Gretchenfrage, wer zuständig ist." Das Netz ist im Besitz der Stadt, für die Instandhaltung sind die eigenständigen Stadtwerke zuständig.

Markt ist in Bewegung geraten

Die erhalten dafür 90 000 Euro jährlich von der Stadt. Oepen: "Eine Komplettsanierung ist für dieses Geld nicht zu machen. Wenn die Stadt das nicht finanzieren kann, dann soll sie das Netz den Stadtwerken überschreiben. Wir werden die Mittel haben, das zu managen."

Für die städtische Verwaltung ist das Thema nicht neu. "Dieser Markt ist sehr in Bewegung gekommen. Zunehmend sind attraktive Preis-/Leistungen erkennbar. Dies gilt unter anderen auch für den Einsatz von LED-Technik. Wir setzen uns verstärkt mit dieser Thematik auseinander, um Wege zur energieeffizienten Straßenbeleuchtung zu finden", antwortet Stadtsprecher Rainer Printz auf Anfrage. Auf einen konkreten Zeitplan legt er sich aber noch nicht fest.

Josef Lindthaler steht derweil in einem Testraum. Beim Blick auf diverse Versuchs-Leuchten weiß er zu berichten, dass seine Technik heutzutage nichts mehr mit den kalten LED-Strahlern der ersten Generation gemein habe. Wohlig warmes Licht tauche die Umgebung in Behaglichkeit. Nur bei Behörden werde noch gerne das grelle Weißlicht eingesetzt. "Da", lächelt Lindthaler, "kommt dann keine Gemütlichkeit auf."

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Copyright © Vlothoer Anzeiger 2012
Dokument erstellt am 05.10.2009 um 22:25:00 Uhr

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