Knapp 6800 Fahrzeuge rollen pro Tag über die Schützenbrücke, 4100 über die Wiesenstraße, 3900 über den Westkorso. Davon sind rund 70 Prozent Durchgangsverkehr, wie die Gutachter der Planersocietät Sudau und Partner im März 2009 bei ihrer Erhebung feststellten. Der Lastwagen-Anteil liegt in diesem Bereich zwischen ein und drei Prozent. "Und spielt damit eine untergeordnete Rolle", wie Jan Müller von der Stadtverwaltung feststellte, der am Donnerstag das Gutachten dem Ausschuss für Stadtentwicklung erläuterte.
Gleiches gilt nach Einschätzung der Gutachter auch für die Geschwindigkeit: Die in dem gesamten Bereich geltenden 30 Stundenkilometer wurden während der Erhebung von 85 Prozent der Autofahrer eingehalten. Die restlichen 15 Prozent waren mit 34 bis 41 Stundenkilometern unterwegs. Durch den Umbau der Johanniter-Ordenshäuser wird es nach Auffassung der Gutachter zu keiner wesentlichen Verlagerung des Verkehrs kommen. Sie prophezeiten durch das nun an der Johanniterstraße geplante Ärztehaus hier etwa 110 zusätzliche Pkw am Tag. Wenn ein Teil der Johanniterstraße eingezogen und damit für den Durchgangsverkehr gesperrt wäre, würde das in Weststraße und Hindenburgstraße 159 Fahrzeuge pro Tag mehr bringen. Von einer Sperrung der Luisenstraße raten die Gutachter ab. Der bauliche Aufwand sei hoch, die Akzeptanz vermutlich gering, so ihre Einschätzung.
Bleibt die Kernfrage: Was tun gegen den Durchgangsverkehr? Von "Abschottung" schreiben die Gutachter. Müller übersetzt das in: Sperrung der Schützenbrücke. Doch darüber wollte der Ausschuss am Donnerstag nicht ernsthaft diskutieren. "Wir müssen uns diesem Problem mit einem gesamtstädtischen Verkehrsplan widmen, der die veränderten Verkehrsverhältnisse nach dem Bau der Nordumgehung berücksichtigt", sagte Baubereichsleiter Peter Thielscher.
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