"Aktion Glasklar" an der Gesamtschule: Unfallvorbeugung mit Fahrsimulator und Rauschbrille
Mit 0,8 Promille sieht das ganz anders aus - 1,98 Sekunden würden bis zum Bremsen vergehen. "Da hätte die Radfahrerin keine Chance", sieht der 18-Jährige ein. Zusammen mit anderen Zwölftklässlern der Gesamtschule hat er an der Aktion "Glasklar" teilgenommen.
"Wir wollen junge Fahranfänger für die Gefahren des Straßenverkehrs sensibilisieren", nennen Michael Sawatzki (Veranstaltungsreferent der DAK) und die Sicherheitsberater der Polizei, Stephan Spanke, Friedrich Wilhelm Bünte und Thorsten Gramattke, das gemeinsame Anliegen.
Möglichst praxisnah sollen die jungen Leute erfahren, wie sich die Reaktionen durch Alkohol verändern. In einem schnittigen gelben Smart Roadster beispielsweise. Der ist mit einem Fahrsimulator verbunden, sodass die jungen Leute gefahrlos, aber anschaulich testen können, wie sie in unfallträchtigen Situationen reagieren.
Theoretisch wissen Matthias Morka und seine Mitschüler natürlich genau, dass man nur nüchtern Autofahren darf, aber dass der Tunnelblick solche starken Auswirkungen hat, war den jungen Autofahrern doch noch nicht klar. "Und zu 100 Prozent schuld am Unfall sind sie auch noch", zeigt Stephan Spanke eine weitere Konsequenz auf. "Man sieht doppelt und verschwommen", muss Lucas Potthoff feststellen, als er die Rauschbrille aufsetzt.
Die gaukelt dem Gehirn einen Blutalkoholgehalt von 1,3 Promille vor - und führt dazu, dass es dem 18-Jährigen nicht mehr gelingt, im Kettcar einen Parcours fehlerfrei zu durchfahren. Durchaus beeindruckt steigt er aus dem Gefährt - und lässt die Sicherheitsberater dadurch auf nachhaltige Wirkung hoffen.
Denn, das ist ihnen auch klar, "Alkoholgenuss verbieten können wir nicht, nur darauf vertrauen, dass die jungen Leute vernünftig sind und sich an unsere Schulung erinnern".
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