Kinder-Spielparadies Werry-Kids schließt Ende des Monats / Abschluss-Fest am 20. und 21. März
Kletterwand, Trampolin, Soft-Legosteine, Bällebad oder Elektro-Kartbahn - das Indoor-Spieleparadies am Werre-Park wurde speziell für junge Familien geplant.
Auf 2000 Quadratmeter können die Kinder toben, klettern, bauen oder rutschen. "Alle Besucher, die hier waren, fanden´s toll", sagt Dirk Vetter. Er führt seit November 2007 die Geschicke des Werry-Kids und hat das Paradies auf "einen guten Weg gebracht", wie er urteilt. Trotzdem rechnet sich der Spielpark nicht mehr. "Da hängt mein Herz dran", gibt er zu. "Und ich hätte es gerne erfolgreich weiter geführt - aber es geht nicht." Zum einen seien die Kosten zu hoch, zum anderen die Akzeptanz zu gering.
Nur wenigen Besuchern hat Dirk Vetter bisher von den kurzfristigen Schließungsplänen erzählt. "Damit nicht alle glauben, dass hier nichts mehr los ist", hat er Sorge. Traurig seien sie gewesen, seine Stammkunden. "Einige der Kleinen wollten sogar ihr Sparschwein schlachten und dem Betreiber finanziell unter die Arme greifen.
Wenn Dirk Vetter in das Kostüm des Werry-Bären schlüpft, folgen ihm seine kleinen Fans auf dem Fuße. "Och ist der süüüüß!" Jana kommt aus dem Schwärmen gar nicht wieder raus. Und auch Mia und Femke kichern immer wieder vor sich hin, als der Werry-Bär ihnen übers Haar streicht. Die beiden Vierjährigen sind ganz begeistert vom plüschigen Fell des tapsigen Gesellen. Kichernd folgen sie dem Brummbär durch die Spielhalle.
Hauptberuflich beschäftigt sich Dirk Vetter seit einigen Jahren mit den Planungen von Spielparks weltweit. Außerdem führt er die Anlage in Bad Oeynhausen und das Kiddo in Minden. "Das war eigentlich auch zu viel. Ich werde mich nun auf nur noch einen Spielpark konzentrieren."
Die zu geringe Akzeptanz des Werry-Kids führt Dirk Vetter auf mehrere Umstände zurück. "Zum einen haben wir immer wieder Probleme mit den Parkplätzen." Gerade an Samstagen sei es durch die Werre-Park-Kunden so voll, dass die Besucher des Werry-Kids kaum noch einen Parkplatz finden würden. Außerdem fehle sowohl ein Außenbereich als auch der direkte Zugang zur Einkaufs-Mall. "Das ist das größte Manko", bemängelt Vetter. Versuche, dieses zu ändern, schlugen fehl.
Deshalb dreht Dirk Vetter Ende des Monats den Schlüssel in Bad Oeynhausen endgültig um. "Bis dahin finden aber alle gebuchten Veranstaltungen, zum Beispiel Kindergeburtstage, wie gewohnt statt", betont er.
Mit einem großen Abschieds-Wochenende am Samstag, 20., und Sonntag, 21. März, an dem die Erwachsenen freien Eintritt haben, wird das Kapitel Werry-Kids dann endgültig beendet. "Wir räumen komplett aus und werden viele Geräte am anderen Standort unterbringen", sagt Vetter.
Ein Nachfolger sei nicht in Sicht. Nicht nur die Spielgeräte, auch der Werry-Bär zieht um. "Den nehme ich mit nach Minden", verrät Vetter und schlüpft aus dem dicken Pelz.
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