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28.07.2010
Als deutscher "Brückenbauer" nach Israel
IGK-Abiturient Felix Heimke arbeitet neun Monate in einem Heim für Behinderte / Gut geplante Reise-Vorbereitungen
VON HEIDI FROREICH

Bad Oeynhausen (nw). Mit einem freiwilligen sozialen Jahr im Rettungsdienst der Johanniter hat Felix Heimke schon die Bereitschaft zum Einsatz für die Allgemeinheit bewiesen. Nun will der 20-jährige Abiturient des Immanuel-Kant-Gymnasiums auch etwas für die Völkerverständigung tun - als " Brückenbauer" in Israel.

3 072 Kilometer entfernt: Felix Heimke hat sich im Internet schon ausgiebig über seinen Einsatzort in Israel informiert. Dort wird er

"Dienste in Israel" heißt die christliche Organisation mit Sitz in Hannover, die jungen Leuten die Chance bietet, mehrere Monate in Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen zu arbeiten. Und weil es denen immer wieder gelungen ist, das durch den Holocaust entstandene Bild vom "bösen Deutschen" zu korrigieren, werden die Helfer mittlerweile anerkennend "Brückenbauer" genannt.

Vor der Reise war Sparen angesagt

"Starkes historisches Interesse" - im Leistungskursus Geschichte geweckt - nennt Felix Heimke dann auch als ausschlaggebenden Grund für sein neunmonatiges Volontariat in Petach Tikwa, acht Kilometer von Tel Aviv und 3 072 Kilometer von Bad Oeynhausen entfernt. Das kann, ist er sich sicher, nicht bei einer Touristenreise befriedigt werden: "Ich muss Land und Leute richtig kennenlernen."

Wobei dieses "muss" wirklich ernst gemeint ist, hat Felix Heimke doch für dieses Vorhaben ein ganzes Jahr gearbeitet. Flug, Versicherungen und einen einwöchigen Sprachkursus müssen die Helfer, die für ihrem Dienst freie Kost und Logis sowie monatlich 100 Euro Taschengeld erhalten, auf eigene Kosten finanzieren.

Also absolvierte Heimke nach dem Abitur im vergangenen Jahr erst einmal ein Freiwilliges Soziales Jahr, legte das Taschengeld an die Seite und nutzte zusätzlich die Gelegenheit, eine Ausbildung zum Rettungssanitäter zu absolvieren. Die ist für seine neue Tätigkeit zwar keine Voraussetzung, aber sicher hilfreich: Er wird in einem Heim bei der Pflege behinderter Menschen helfen. Wie diese Arbeit konkret aussehen wird, weiß er noch nicht; wohl aber, dass "dort niemand Deutsch oder Englisch" spricht. Verständigungsschwierigkeiten befürchtet er nicht, schließlich hat er ein deutsch-hebräisches Wörterbuch im Gepäck und weiß nach dem einwöchigen Sprachkursus: "Die Grammatik ist ganz einfach." Den erforderlichen Wortschatz werde er sicher schnell erwerben: "Da muss ich eben kräftig pauken." Für die schriftliche Kommunikation hat er bereits Vorsorge getroffen - mit hebräischen Buchstaben, die er auf die Tastatur seines Laptops kleben wird.

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Copyright © Vlothoer Anzeiger 2010
Dokument erstellt am 27.07.2010 um 22:25:34 Uhr

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