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30.08.2010
Aus den Windeln direkt in die Uniform
Löschgruppe Dehme ruft mit den Feuerdrachen die erste Kinderwehr der Stadt ins Leben / "Menschen retten ist cool"
VON NICOLE SIELERMANN

Bad Oeynhausen-Dehme (va). Cedric weiß mit seinen sieben Jahren schon ganz genau, was er will: "Menschen retten", sagt er ganz cool. Der Grundstein dafür ist gelegt. Denn der Grundschüler ist einer von 17 Feuerdrachen, die demnächst das Gerätehaus in Dehme unsicher machen. Als erste Löschgruppe im Stadtgebiet bieten die Dehmer ab sofort eine Kinderfeuerwehr an - und betreten damit absolutes Neuland.

Wie die Großen: Einige der 17 Feuerdrachen haben sich fürs Foto in die Uniform der Großen gewagt. Fabian zum Beispiel hält auch die Spritze mit dem Schlauch schon meisterlich in die Kamera. Foto: Sielermann

Häufige Werbeaktionen brachten in Sachen Nachwuchs in den vergangenen Jahren nur mäßigen Erfolg: "Wir haben trotzdem einen deutlichen Rücklauf bei der Jugendfeuerwehr verzeichnet", sagt der Dehmer Jugendwart Jan Hoberg rückblickend. "In den meisten Fällen scheiterte unsere Werbung am Alter der Kinder."

Groß sei das Interesse gerade im Altersbereich zwischen sechs und acht Jahren gewesen - das Eintrittsalter für die Jugendfeuerwehr liegt allerdings bei zehn Jahren. "Bis dahin haben andere Vereine die Kinder angeworben." Wo sie dann Freunde gefunden hätten und auch blieben, so Hoberg. Nach den Vorbildern in Niedersachsen kam den Dehmer Feuerwehrleuten die Idee der Kinderfeuerwehr.

Ein Vorschlag, der bei den eigenen Kameraden super ankam, bei vielen anderen Feuerwehrverantwortlichen in der Stadt allerdings auf wenig Gegenliebe stieß. Doch Jan Hoberg hat letztlich den Kampf gewonnen. Der Zulauf bei der ersten Versammlung vor der Gründung gibt ihm Recht: Statt der erwarteten 10 Kinder, kamen gleich 17 mitsamt ihren Eltern. Cedric Müller ist einer der treuen Fans der Feuerwehr. "Seit er aus den Windeln raus ist, wollte unser Cedric zur Feuerwehr", sagt seine Mutter schmunzelnd. Doch Cedric war zu jung. "Wir mussten ihn immer wieder vertrösten", sagt Jugendwart Jan Hoberg. Umso glücklicher strahlt Cedric nun, dass er es endlich geschafft hat. Auch wenn er offiziell nicht zur Löschgruppe der Freiwilligen Feuerwehr gehört, sondern nur zu deren Förderverein. Gesetzliche und haftungsrechtliche Gründe machten diesen Umweg nötig.

"Unterstützt werden wir bei unseren Treffen von Erziehern aus dem Kindergarten Dehme", erklärt Jan Hoberg. Auch das sei aufgrund des jungen Alters der Kinder vorgeschrieben.

Nicht nur Cedric weiß ganz genau, was ihn bei der Feuerwehr erwartet. Auch die Zwillinge Fabian und Florian Jorzick wollen bald eifrig "Feuer löschen", wie sie sagen. Anneke Strunk und Malte Westerhold dagegen wollen unbedingt mal in einem roten Feuerwehrauto mitfahren. "In erster Linie soll bei den monatlichen Treffen der Spaß im Vordergrund stehen", so Hoberg.

Spielerisch wollen die Betreuer die Kinder auf die Jugendfeuerwehr vorbereiten, wollen sie zur Nächstenhilfe erziehen, mit ihnen Verkehrsregeln und Brandschutz üben. Auch wenn die Uniformen und Helme der "Großen" noch eine Nummer zu groß sind - den kleinen Feuerdrachen ist das egal. Schließlich sehen sie in den roten Shirts mit dem grünen Drachen genauso fesch aus.

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Dokument erstellt am 30.08.2010 um 01:55:20 Uhr

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