Erst die große Hitze und Trockenheit, dann der viele Regen - die Bilanz der Ernte könnte unterschiedlicher nicht ausfallen. "Die Wintergerste wurde im Kreis nicht mehr geschädigt und hat gute Erträge gebracht", so der Dehmer Rainer Meyer. Auch der Weizen habe in guten Lagen gute Erträge gebracht. Lediglich auf Sandböden seien die Erträge extrem niedrig. Roggen und Triticale (Kreuzung aus Weizen und Roggen) hätten dagegen am meisten gelitten.
"Die waren zur Zeit der Hitze noch in der Ährenanlage." Das Resultat: Kleines Schmachtkorn, das teilweise vom Mähdrescher nicht erfasst wird und liegen bleibt. "Das ist auf den Feldern sichtbar - die werden wieder grün." Bei diesen beiden Getreidesorten seien die Erträge unterdurchschnittlich und rund 20 Prozent niedriger als üblich.
Schon unter dem strengen Winter habe der Raps, laut Meyers Auskunft, gelitten. "Da haben wir einen mittleren Ertrag, mit dem die allermeisten Landwirte zufrieden sind", sagt er. Erträge im "grünen Bereich" erwartet Rainer Meyer auch für den Mais, der sich nach dem Regen gut erholt habe. Kritischer sieht es dagegen bei den Kartoffelbauern aus. Vor allem im Werster und Wulferdingsener Bereich gibt es mittlerweile große Unternehmen aus Diepholz, die Felder pachten und Kartoffeln anbauen. "Das sind aber Stärke- und Chipskartoffeln."
Speisekartoffeln glänzen zwar mit einer guten Menge, aber sie kommen nicht ohne Folgen aus der Erde. "Die Qualität ist schlecht. Es haben sich in der Erde Krankheiten gebildet, wie zum Beispiel Schorf." Essbar sind die Kartoffeln trotzdem.
Verärgert reagiert Meyer auf die Ankündigungen der Bäckerbranche, dass Brot und Brötchen aufgrund der Getreidepreise teurer werden sollen. "Dass die Getreidepreise gestiegen sind, hat nichts mit dem Ernteergebnis zu tun", erklärt Rainer Meyer. "Sondern mit den Spekulationen an den Rohstoffbörsen." Wobei die Preise mittlerweile deutlich rückläufig seien. "Die Spitzenpreise hat sowieso niemand mitbekommen. Da hätte man auf den Punkt verkaufen müssen."
Würden die Preise an den Rohstoffbörsen langfristig auf einem hohen Niveau blieben, würde alles teurer. Vor allem Fleisch und Milch. "Bei einem vorübergehenden Preisanstieg dürfte der Verbraucher davon überhaupt nichts merken", sagt Rainer Meyer. Vor allem dann nicht, wenn der Mehlanteil im Brötchen einen Cent des Verkaufspreises ausmacht.
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