AWO und Arbeitsagentur bieten Ausbildungsmöglichkeiten / Verantwortungsvolle Aufgabe / Flexible Zeiten
Bis zum Jahr 2013 soll für 35 Prozent aller Kinder unter drei Jahren ein bedarfsgerechtes Betreuungsangebot geschaffen werden. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat deshalb ein "Aktionsprogramm Kindertagespflege" gestartet. In diesem Zusammenhang werden bundesweit 30 000 zusätzliche Kindertagespflegepersonen benötigt.
Die Stadt und der Kreis Herford beteiligen sich mit der AWO und der Agentur für Arbeit als Kooperationspartner an diesem Programm, das aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds mitfinanziert wird. Der erste Intensivkurs zur Qualifizierung von Kindertagespflegepersonen startet nun in den Räumen des AWO-Familienbildungswerkes in Enger.
Eine Gruppe aus 13 Teilnehmerinnen und Teilnehmern bildet sich zur Tagesmutter oder zum Tagesvater weiter. Mit dem achtwöchigen Qualifizierungsangebot erfüllen die Teilnehmer die Grundvoraussetzung für die Ausstellung einer Pflegeerlaubnis, für die die Jugendämter zuständig sind und die gesetzlich vorgeschrieben ist. Meike Siekmann und Lina Böhl nutzen diese Fortbildung als Neustart ins Berufsleben. Sie freuen sich auf die Arbeit mit Kindern und wissen um die verantwortungsvolle Aufgabe, mit der sie andere Eltern unterstützen können.
Auch Michael Jung, in diesem Kurs einer von zwei Männern unter vielen Frauen weiß, dass seine Tätigkeit als Tagesvater eine wirkliche Alternative zum erlernten Beruf ist. Er ist sich sicher: "Hier bin ich mit meiner Lebenserfahrung und Zuverlässigkeit gefragt. Gemeinsam mit meiner Frau werden wir berufstätige Familien bei der Kinderbetreuung auch zu eher ungewöhnlichen Betreuungszeiten unterstützten." Mithilfe des Aktionsprogramms, so Nina Ortmann vom Kreisjugendamt, sollen neue Wege und Kooperationen entwickelt werden, um weitere Kindertagespflegepersonen zu gewinnen: "Kindertagespflege stellt eine besonders flexible Möglichkeit der Kindererziehung dar, weil sie Müttern und Vätern eine Berufstätigkeit auch bei ungünstigeren und wechselnden Arbeitszeiten ermöglicht.
Heike Hermjakob und Jutta Krämer von der Fachberatung Kindertagespflege der Stadt Herford betonen, dass auch in unserer Region noch viele Eltern eine Tagesmutter oder einen Tagesvater suchen. Die Kooperation mit dem Familienbildungswerk der AWO und der Agentur für Arbeit wird deshalb sehr begrüßt. Zum Ausbau der Kindertagespflege gehöre eben auch eine gute Qualifizierung, eine finanzielle Förderung und gemeinsame Information von interessierten Frauen und Männern. Bei der Vermittlung von Tagesmüttern, Tagesvätern und Tageskindern helfen die Jugendämter und der Elternservice der Arbeiterwohlfahrt.
Wer mehr über die Tätigkeit als Tagesmutter oder Tagesvater erfahren will oder für seine Kinder eine Kindertagespflegestelle sucht, wendet sich telefonisch an die folgenden Adressen: Jugendamt der Stadt Herford, Heike Hermjakob, Telefon (0 52 21) 18 96 86 und Jutta Krämer, (0 52 21) 18 94 76; Jugendamt des Kreises Herford in Kooperation mit der AWO-TagesmütterAgentur OWL in Enger, Loredana Liebenau, Telefon (0 52 21) 27 571 39 und Brigitte Michalik, Telefon (0 52 21) 67 99 0; Agentur für Arbeit Herford, Ulrike Höner zu Siederdissen, (0 52 21) 98 51 44.