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09.03.2010
Vier Meter Dünndarm auf dem Bildschirm
Neue Diagnostik-Methode am Mathilden-Hospital / Fachkongress mit vielen Teilnehmern aus der Region
VON STEFAN BOSCHER

Herford (va). Der knapp zwei Meter lange Schlauch wird durch den Mund in den Körper eingeführt, durch den Magen bis hin zum Dünndarm. Hier sind die Ärzte am Ziel, denn sie wollen herausfinden, unter welchen Beschwerden der Patient leidet. Am Herforder Mathilden-Hospital machen sie das mit der sogenannten Spiral-Endoskopie, einer neuen medizinischen Untersuchungstechnik.

So funktioniert das Gerät: Der Schlauch wird über den Mund in den Körper des Patienten eingeführt, auf dem Monitor beobachten Mediziner das Geschehen. Dr. Detlev Scholz und Dr. Stavros Katsoulis (Foto links, v.r.) zeigen den besonderen Schlauch samt Spirale. Fotos: Boscher/privat

"Mit diesem Verfahren können wir Bilder aus dem Inneren des Darms machen und so erkennen, wo Auffälligkeiten oder Erkrankungen zu finden sind", erklärt Dr. Detlev Scholz, Chefarzt der Medizinischen Klinik I am Mathilden-Hospital. Das Verfahren ist neu - nicht nur in Herford.


Bis zum Jahr 2000 habe man den Darm für Untersuchungen röntgen müssen, seit 2002 können auch Bilder vom Inneren angefertigt werden. "Aber was bringen uns schöne Bilder, wenn wir an die erkrankten Stellen nicht rankommen?", fragt der Mediziner.

Das ist zwar seit vier Jahren möglich, aber mit einem Verfahren, das weder schonend für die Patienten, noch präzise für die Ärzte ist. Der neuen Spirale, die der Methode ihren Namen gab, kommt dabei eine besondere Bedeutung zu: Sie dreht sich in den Darm, ähnlich wie ein Korkenzieher. So kann jeder Zentimeter des rund vier Meter langen Organs ausführlich begutachtet werden.

Die Patienten werden dabei in einen Tiefschlaf versetzt, sodass sie von der Untersuchung nichts mitbekommen. Als "echten Fortschritt" in der Behandlung von Dünndarm-Krankheiten bezeichnet Scholz das Verfahren.

Das Mathilden-Hospital ist eigenen Angaben zufolge das erste Krankenhaus in der Region, das die Spiral-Endoskopie anbietet, die nächsten Kliniken befinden sich in Bad Driburg und Hannover, in den kommenden Monaten werde eine Klinik in Bielefeld folgen.

Mittlerweile wurden in Herford etwa 15 Patienten auf diese Weise behandelt. Jetzt gaben die Mathilden-Ärzte ihre Erfahrungen weiter und holten sich Unterstützung von anerkannten Experten auf diesem Gebiet.

Per Live-Übertragung konnten rund 50 niedergelassene Ärzte und Klinikpersonal einen entsprechenden Eingriff verfolgen, anschließend fanden mehrere Fachveranstaltungen zu diesem Thema statt. Scholz: "Eine Fortbildung auf diesem Niveau haben wir im Mathilden-Hospital zum ersten Mal durchgeführt."

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Copyright © Vlothoer Anzeiger 2012
Dokument erstellt am 08.03.2010 um 22:25:23 Uhr

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