Bürgermeister Bruno Wollbrink blickt zufrieden auf Ereignisse der vergangenen Monate zurück
Als Beispiele für Investitionen der Firmen nannte er die Eröffnung einer neuen Stahlfassproduktion bei Sulo, den Büro-Neubau von Brinkmann und das neue Vertriebszentrum von Brax für rund 10 Millionen Euro. "Das sind gute Signale. Wir dürfen stolz auf diese Unternehmen sein, die sich zum Standort Herford bekennen."
Eine gute Entwicklung sieht das Stadtoberhaupt auch in der Innenstadt. Klingenthal erweitere und modernisiere derzeit sein Geschäftsgebäude. Das Parkhaus Altstadt werde nach dem Parkhaus Neustadt demnächst in neuem Glanz erscheinen. Mit einem Einkaufszentrum auf dem Kaufhofareal und einem neuen Geschäftshaus in der Höckerstraße würden in absehbarer Zeit der Einkaufsstadt Herford neue Impulse verliehen. Und schließlich werde auch das MARTa-Quartier von dem geplanten Hotelneubau profitieren.
"Unsere Stadt ist viel besser als manche einheimische Kritiker uns immer nahe legen wollen", so Wollbrink. Diese guten Aussichten würden durch die Entwicklung bei den Gewerbesteuereinnahmen bestätigt. Die Wirtschaftskrise sei in Herford verhaltener zu spüren, der im Haushalt geplante Ansatz von 32 Millionen Euro scheine erreichbar.
Diese Aussichten dürften aber in keinem Fall dazu verleiten, die eingeleiteten Sparbemühungen zu verlangsamen. Die derzeit laufende Überprüfung aller Ausgabenposten und der damit verbundenen Aufgaben werde zu weiteren schmerzhaften Entscheidungen führen.
Bei allen Sparbemühungen dürfe man aber die sich bietenden Gestaltungsspielräume nicht vernachlässigen. Ein Beispiel dafür seien die Stadtwerke. Durch den Rückkauf der Eon-Anteile sei man wieder Herr im eigenen Hause. Dies eröffne neue Möglichkeiten auch vor dem Hintergrund, dass die rot-grüne Landesregierung den Paragraph 107 der Gemeindeordnung wieder liberalisieren und den Wirtschaftsunternehmen der Städte neue Handlungsmöglichkeiten geben wolle.
Großes Aufgabenfeld ist die Stadtentwicklung
Ein weiteres Aufgabenfeld sieht der Bürgermeister bei der Stadtentwicklung. Auch wenn man sparen müsse, dürfe man das Denken nicht einstellen. Man müsse sich intensiver damit befassen, welche infrastrukturellen Voraussetzungen wir in der Zukunft noch benötigen. Der im Herbst geplanten Schulentwicklungsplanung komme beispielsweise große Wichtigkeit zu. "Wir müssen die folgenden Fragen beantworten: Welche Bildung brauchen wir, für welche Kinder, in welcher Schulstruktur, an welchem Standorten" so Bruno Wollbrink. Erst wenn diese Fragen schlüssig beantwortet seien, könne man möglicherweise über Veränderungen der Schulstandorte und -formen in Herford nachdenken.
Einen weiteren Akzent legt er auf die weitere Entwicklung der Bürgerkommune. Der Politikmüdigkeit könne unter anderem dadurch entgegengewirkt werden, dass man die Bürger mehr via Internet an Entscheidungen beteilige und diskutieren lasse. "Wir müssen diese neuen Möglichkeiten nutzen und ausbauen", so Wollbrink.
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