Donnerstag, 17.05.2012
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24.01.2012
Die Königstiger sind die Stars der Manege
Zirkus René und Patrizia Althoff lockt mit Raubtiernummern - aber auch Artisten, Clowns und Co. im Zirkuszelt
VON RALF BITTNER

Herford (va). Als Europas größer Raubtierzirkus kündigt sich der Zirkus René und Patrizia Althoff auf den Plakaten an. In der Tat ist es eindrucksvoll anzusehen, wie Dominic Fischer mit seinen bengalischen Königstigern in der Manege schmust. Die Tiger sind die Stars in der Manege. Doch da gibt es auch noch die Löwen.

Große Raubtiernummer: Mit acht Tigern ist Althoff unterwegs. Zusammen mit den Löwen macht ihn das nach eigenen Angaben zu Europas größtem Raubtierzirkus. Die Großkatzen sind die Stars in der Manege. Fotos: Ralf Bittner

Gleich nach Dominics Schmuse-Kurs mit den Großkatzen kommt sein Bruder Michael und präsentiert eine männliche Löwengruppe. Überhaupt: Der Zirkus mit dem traditionsreichen Namen Althoff setzt auf Tiernummern.

Poesie unter dem Zeltdach: Madleen zeigt hoch über den Köpfen der Zuschauer ihre Kunststücke.

Gleich nach der Begrüßung trabt ein Pony ins Runde, lässt vor allem Kinderaugen strahlen. Dann folgen Balancenummern auf Reifen, Clownerien - und Zaubereien. Und sehr junge Artistinnen schwingen sich in Reifen in die Kuppel des Zirkuszeltes empor.

Madleen setzt an einem goldenen Mond durchs Zirkusdach gleitend den poetischen Kontrapunkt zu zwei Clowns, die zuvor mit einer wagemutigen Hängematten-Schleuder-Show gezeigt hatten, dass Clownerie auch ein gewissen Maß an Athletik erfordert. Eine Rola-Rola-Nummer eines Artisten mit einem wohlklingenden spanischen Namen, dessen Gesicht aber an den jungen Mann erinnert, der die Eintrittskarten abgerissen hat, beschließt die erste Hälfte des Programms.

Die Nummern sind solide, nicht sensationell. Vor allem die jungen Artistinnen unter der Zeltkuppel ernten immer wieder Applaus. Aber schon in der Pause zeigt sich, was die Zuschauer wollen: Tiere.

15 Minuten lang erleben einige Kinder das Glück dieser Erde auf dem Rücken der Mini-Pferde, während andere im Freigelände schon mal einen Blick auf Tiger und Löwen werfen. Auch wenn es Tierschützern nicht passen mag, setzt dieser Zirkus auf die Zugkraft seiner Stars mit den Fangzähnen. Zum Peitschenknallen setzen sich die Tiger auf ihre Podeste oder springen über ihre Artgenossen, sodass es den Zuschauern den Atem stocken lässt.

Schmidt lässt seine Katzen nie aus dem Blick, bei aller Vertrautheit ist ihm der Respekt jederzeit anzumerken.

Die unterschwellige Gefahr, die mit dem Dompteur in der Manege steht, macht den Reiz des Erlebnisses Zirkus aus.

Ohne Tiger und Löwen wäre Zirkus nur als Varieté oder aufwendige Inszenierung im Stile eines Zirkus Roncalli denkbar. So legen die Schmidts sehr viel Wert darauf zu versichern, dass es den Tieren in ihrem Zirkus gut gehe, regelmäßiger Nachwuchs der vom Aussterben bedrohten Tiger sei ein Beleg dafür. Obs stimmt? Zumindest dem vierten Pferd der abschließenden Dressurnummer scheint es im Rampenlicht zu gefallen. Es muss von einer Ziege hinausgeleitet werden. Ein netter Einfall zum Schluss.

Der Zirkus zeigt sein Programm bis Montag, 30. Januar, auf dem Gelände von Opel Corsmann. Vorführungen sind montags um 15 Uhr, freitags und samstags um 15.30 und 19 Uhr sowie Sonntag um 11 und 15 Uhr.

Dokumenten Information
Copyright © Vlothoer Anzeiger 2012
Dokument erstellt am 23.01.2012 um 22:25:33 Uhr

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