Bei einem Ortstermin informierten sich Ausschussmitglieder gestern über die Projekte, die auch der Beirat für Stadtbildpflege begutachtet hatte. Denn das Gremium schlägt bei einigen Vorhaben Änderungen vor. Der Neubau, der die meisten Bürger betrifft, ist die Radewiger Brücke. Wie Baudezernent Dr. Peter Maria Böhm erklärte, werden die Kosten bei der bisherigen Planung "bei 650000 Euro liegen". Dabei entfallen 50000 Euro auf eine Behelfsbrücke für Fußgänger, die während der fünfmonatigen Bauzeit ober- oder unterhalb der Brücken-Baustelle aufgebaut werden soll.
Das colorierte Foto zeigt die damalige, filigrane Radewiger Brücke ungefähr um das Jahr 1910.
Vorm "Teddy Toys": Bauausschussvorsitzender Werner Seeger, Reinhard Nickles und Baudezernent Dr. Peter Maria Böhm.
Die neue Brücke, die auch von Sattelschleppern befahren werden könnte, würde ähnlich aussehen wie die bisherige, sie wäre nur ein wenig schmaler. Regulär wäre sie aber nach wie vor nur für Fußgänger und Radfahrer passierbar.
Wenn bis Mitte Februar die Weichen gestellt wären, könnte die Brücke noch zu den Hansetagen im Juni 2013 fertig sein. Der Chef der Bauverwaltung drängt auch deshalb auf den Baubeginn im Sommer, weil für bestimmte Arbeiten - wie das Gießen von Beton - die Temperaturen nicht unter fünf Grad liegen dürfen.
Der Beirat für Stadtbildpflege empfiehlt allerdings, sich mit der Planung Zeit zu lassen und einen Architektenwettbewerb auszuloben, bei dem auch das Areal um die Brücke herum mit einbezogen wird. Die Kosten dieser "großen Lösung", so Baudezernent Böhm, würden die Herforder Stadtkasse aber mit mehreren Millionen Euro belasten.
Als so gut wie sicher gilt dagegen der Neubau eines Hauses in der bisherigen Baulücke Pöppelmannwall 4. Die rund 650 Quadratmeter große Lücke soll durch ein dreigeschossiges Haus mit Eigentumswohnungen mit einer Gesamtwohnfläche von rund 330 Quadratmetern und einem Flachdach geschlossen werden. Auch im Sockelgeschoss soll Wohnraum entstehen. Auf Vorschlag des Beirats, dessen Vorsitzender Henning Schlattmeier gekommen war, sollen die Fenstergröße im Sockelgeschoss zum Wall hin verkleinert und statt dessen an den Seiten größere Fenster eingebaut werden. Um eine Fenster-Frage geht es auch beim Bauprojekt an der Rennstraße. Das Unternehmen Teddy Toys will für 700000 Euro sein altes Gebäude abreißen und durch einen Neubau mit Verkaufsräumen auf den ersten drei Etagen und Büros für die Verwaltung darüber ersetzen. Eine Glasfront soll die Verkaufsräume auf den drei Etagen einsehbar machen. Hier befürchtet der Beirat Probleme: denn die Glasfront wirke wie ein Loch in der geschlossen wirkenden Häuserzeile. Der Glasanteil solle deshalb deutlich reduziert werden. Teile der Straßenansicht sollten mit Einzelfenstern ausgebildet werden.