Schnelle Lösung für die Radewiger Brücke gefordert / Architektenwettbewerb abgelehnt
Die Mitglieder des Bauausschusses folgten dieser Auffassung der Verwaltung bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung. Zu der Sitzung im Technischen Rathaus waren zahlreiche Einzelhändler aus der Radewig gekommen, um ihre Forderung nach einer Befehlsbrücke während der fünfmonatigen Bauzeit Nachdruck zu verleihen. Denn zunächst waren Stimmen laut geworden, man könne die Kosten dafür in Höhe von etwa 50000 Euro angesichts der Haushaltslage einsparen. Das ist nun vom Tisch.
Vertreter aller Fraktionen sahen ein, dass die Behelfsbrücke unverzichtbar ist, um nicht die ohnehin schon leicht abgehängten Geschäfte in der Radewig in den wirtschaftlichen Ruin zu treiben. Die Behelfsbrücke soll möglichst vom Capitol-Kino direkt über den Fluss in die Radewig gebaut werden. Einigkeit herrschte auch darüber, dass die neu gebaute Brücke wie bisher auch für Fahrzeuge befahrbar sein muss. Anders aber bei der Frage, ob man sich die Zeit nehmen solle für einen Architektenwettbewerb zur Gestaltung der neuen Brücke: Eckhart Klemens (SPD) widersprach Ralf Grebe (CDU), der sich zwar "die schönsten Dinge vorstellen kann", sie aber wegen der Haushaltslage unrealistisch findet.
Klemens hielt dagegen, dass "Schönes nicht teurer sein muss" und dass man bei einer schnellen Lösung ohne Architektenwettbewerb keine Fördergelder vom Land bekomme. Folgerichtig stimmte Klemens als einziger später gegen die schnelle Lösung. Kritik erntete auch die von Baudezernent Dr. Peter Böhm ins Feld geführte Dringlichkeit des Neubaus wegen der Internationalen Hansetage 2013 in Herford. "Wenn wir bis zu den Hansetagen fertig sein wollen, müssen wir dafür die Grundlagen im Februar geschaffen haben", mahnte er zur Eile.
Für Herbert Even (Grüne), der sich bei der Abstimmung enthielt, "sind die Hansetage nicht so wichtig". Herford existiere schließlich seit 1.200 Jahren. Und auch für Grebe sind nicht die Hansetage ausschlaggebend sein, sondern allein der Sicherheitsfaktor. Dennoch: Der Beschluss ist jetzt so gefasst, dass ab Juli nach dem Hoeker-Fest etwa fünf Monate gebaut wird und die neue Brücke dann bis zu den Hansetagen fertig wäre. Allerdings sind die geschätzten Gesamtkosten (inklusive Behelfsbrücke) von 650000 Euro nicht im städtischen Haushalt geplant.
Der Rat muss sie in seiner Sitzung im März also noch genehmigen. Wie lange die alte Brücke noch stand hält und benutzbar bleibt, weiß niemand so genau. "Wir hoffen, dass sie bis zum Baubeginn hält. Es wird engmaschig kontrolliert", erklärte Dr. Peter Böhm.