Kalletal-Hohenhausen (va). Über 1100 Jahre alt ist die bewegte Geschichte des Klosters Möllenbeck. Seine beiden in den Weserauen weithin sichtbaren ottonischen Rundtürme und die Krypta unter der Kirche sind die noch erhaltenen Zeugnisse des 896 von Gräfin Hildburg an dieser Stelle gegründeten Freifrauenstifts.
Die übrigen Bauten wurden nach einem Brand vor rund 500 Jahren neu errichtet. Auf der Lippischen Fürstenroute steuerten die Radler im Hohenhauser Heimatverein Möllenbeck an und nahmen sich Zeit, um das alte Gemäuer näher kennen zu lernen.
Pastor Roland Trompeter führte sie, bewaffnet mit einem riesigen Schlüsselbund, durch die gewaltige Klosteranlage, die als eine der bedeutendsten und besterhaltenen des ausgehenden Mittelalters gilt. Hier sei der Sarkophag der Gräfin Hildburg gefunden worden, berichtete der Pastor in der Krypta, die bedingt durch die Hanglage des Klosters einen ebenerdigen Zugang hat sowie Fenster, durch die Tageslicht einfällt.
Die über der Krypta liegende, dreischiffige Hallenkirche werde für Festgottesdienste und Hochzeiten noch heute genutzt, habe aber so ihre Tücken: "Heiligabend frieren wir uns hier warm. Dann können Sie an meinem Atem ablesen, was ich predige", umschrieb Trompeter die fehlende Heizung, während draußen die Juli-Sonne strahlte.
Von Hohenhausen hatten die Radler am Abend mehr als 50 Kilometer zurückgelegt.
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