Der Kreis Lippe jedoch ist fein raus: "Für den Kreis entstehen durch die Winterschäden keine zusätzlichen Kosten, und das verdanken wir unserem im letzten Jahr mit der Eiffage Bau GmbH gestarteten Straßenprojekt", freut sich Dr. Lucas Heumann, Chef der CDU-Kreistagsfraktion.
Inzwischen hat Eiffage die Winterschäden an den meisten lippischen Kreisstraßen auch bereits behoben, während im thüringischen Niederzimmern noch Schlaglöcher feilgeboten werden, um an Geld für Teer zu kommen. Für die komplette bauliche Erhaltung seines 435 Kilometer langen Straßennetzes zahlt der Kreis einen jährlichen Betrag von 5,5 Millionen Euro an Eiffage. "Das ist wie eine Flatrate für den Straßenbau. Unabhängig vom Umfang der Arbeiten sind damit alle anfallenden Kosten abgedeckt", verdeutlicht Heumann.
Dass die SPD-Kreistagsfraktion ihre Kritik am Straßenprojekt weiter aufrecht erhält und die Mittel für den Straßenbau kürzen will, können die Koalitionsfraktionen nicht nachvollziehen. "Wir brauchen die Investitionen, sonst wird das Straßennetz ruiniert. Wer das ignoriert, der hat aus dem letzten Winter nichts gelernt, denn die Schäden waren auch deshalb so enorm groß, weil die Straßenunterhaltung jahrzehntelang nicht ausreichend finanziert wurde", stellt Werner Loke von den Grünen klar.
Mit der CDU und den Freien Wählern teilt er die Auffassung, dass intakte Straßen für Lippe einen ganz entscheidenden Wirtschaftsfaktor darstellen. "Wir brauchen keine neuen Kreisstraßen, sondern gut befahrbare vorhandene Straßen", so Loke weiter. "Bei aktuell 43 Prozent unserer Kreisstraßen, die in marodem Zustand sind, zeigt sich der enorme Nachholbedarf. Mit den 5,5 Millionen Euro jährlich wird Eiffage unsere Straßen nicht nur weiterhin flicken, sondern sie werden saniert", sieht auch Hans Brinkmann, Fraktionschef der Freien Wähler, Handlungsdruck.
Gut 200 Kilometer Kreisstraßen, also fast die Hälfte des lippischen Kreisstraßennetzes, will Eiffage bis 2013 instand setzen. Davon profitieren auch lippische Straßenbauunternehmen.

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