Neue Mobilitätsstudie zeigt Nutzungsverhalten / Lipper sind täglich 86 Minuten unterwegs
Dies geht aus einer umfangreichen Mobilitätsstudie hervor, die der Kreis gemeinsam mit der Alten Hansestadt Lemgo im Frühjahr 2011 durchgeführt hat. Unterstützt wurde die Studie mit Mitteln des Landes NRW. Nun wurden die Ergebnisse von Gutachter Dr. Michael Frehn präsentiert.
"Wir müssen uns darauf einstellen, dass sich das Mobilitätsverhalten aufgrund des demografischen Wandels verändern wird. Die Ergebnisse der Mobilitätsbefragung liefern uns detailreich Aufschluss, wie wir auf diese Herausforderungen bereits heute reagieren können", beschreibt Landrat Friedel Heuwinkel die Bedeutung der Studie. Die Daten, die im Zeitraum vom 5. April bis zum 15. Mai 2011 abgefragt worden sind, wurden von dem Büro "Planersocietät" aus Dortmund geprüft, ausgewertet und in einem umfangreichen Bericht zusammengefasst.
Neben den kreisweiten Ergebnissen liegen auch Kennzahlen für die einzelnen Städte und Gemeinden vor, die diese zur Verfügung gestellt bekommen. "Neben dem Zahlenmaterial sind durch die Befragung auch über 1600 Anregungen und Maßnahmenvorschläge für die Verkehrsplanung eingegangen. Diese Zahl ist Beleg dafür, dass die Themen Verkehr und Mobilität die Menschen in Lippe beschäftigen", so Werner Kloppmann, beim Kreis Lippe zuständig für die Radverkehrsförderung.
Wichtige Aufschlüsse liefert die Studie auch darüber, wie sich die Lipper fortbewegen. So kam heraus, dass die 351200 Einwohner auf ihren 3,3 Wegen pro Tag in 86 Minuten 29,3 Kilometer zurücklegen; davon werden 0,7 Kilometer zu Fuß, ein Kilometer mit dem Fahrrad, 3,3 Kilometer mit Bus und Bahn und 24,3 Kilometer mit dem Auto bewältigt. Damit ist der Pkw eindeutiger Spitzenreiter unter den Fortbewegungsmitteln.
"Grundsätzlich herrscht in Lippe eine hohe Pkw-Ausstattung und eine hohe persönliche Pkw-Verfügbarkeit", erklärt Dr. Michael Frehn vom Büro Planersocietät. Dass jedoch auch Alternativen zum Auto vorhanden sind und genutzt werden, beweist das Beispiel Lemgo. Mit einem Radanteil von 17 Prozent bei der Nutzung der Verkehrsmittel liegt die Alte Hansestadt deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt (12 Prozent). Auch Schlangen (15 Prozent) und Bad Salzuflen (13 Prozent) können gute Ergebnisse in dieser Statistik vorweisen. Der Radanteil für den gesamten Kreis liegt bei zehn Prozent. "Gerade in kompakten Stadtgebieten könnten noch wesentlich mehr Wege ohne nennenswerten Zeitverlust gegenüber dem Pkw zu Fuß, vor allem aber mit dem Rad zurückgelegt werden", sieht Werner Kloppmann noch Luft nach oben.
Das Verkehrsverhalten wird sich in den kommenden Jahren und Jahrzehnten jedoch zwangsläufig ändern, wenn der demografische Wandel weiter fortschreitet. So gehen die Experten davon aus, dass flexible und nachfrageorientierte Verkehrsangebote an Bedeutung gewinnen werden. Auch ist mit einem weiteren Anstieg der Elektromobilität zu rechnen.