Mit dem Städtebauförderprogramm sollte die Gemeinde Kalletal laut CDU mehr als 1,6 Millionen Euro an Landes- und Bundeszuwendungen erhalten. Die Umgestaltung von Ortskernen und die Sanierung von Immobilien sollten über das Förderprogramm "Kleine Städte und Gemeinden" gefördert werden.
"Es sollte ein historischer Moment werden", sagte der Barntruper Bürgermeister Herbert Dahle (SPD), "dass er so historisch wird, habe ich nicht gedacht." Vorangegangen war eine denkwürdige Abstimmung in der gemeinsamen Sitzung der Räte Barntrups, Dörentrups und Kalletals in der Hauptschule Barntrup.
Während die Räte aus Barntrup und Dörentrup einstimmig für eine Teilnahme am Isek stimmten, votierte die Kalletaler Koalition aus SPD, UKB und Grünen gegen eine Teilnahme ihrer Gemeinde. "Diese Entscheidung hat nichts mit unterschiedlichen Parteien und Auffassungen zu tun, das zeigen die Abstimmungsergebnisse in Dörentrup und Barntrup. Ideologische Abneigung ist wohl der Grund", zieht Sabine Gerstenkorn-Pohl nach der Abstimmung Bilanz.
Die Koalition hatte kritisiert, dass es für das Isek-Programm schwankende und unzuverlässige Zahlen gebe. Im Hauptausschuss vorige Woche hieß es etwa von Ulrich Kellmer (Grüne): "Wir haben heute zum vierten Mal neue Zahlen vorgelegt bekommen, und da kann ich keine Entscheidung treffen."
Deshalb wohl auch das Aus in Barntrup. "Ratsmitglieder unterschiedlicher Fraktionen aus Barntrup und Dörentrup haben mir ihr Bedauern über das Abstimmungsverhalten der SPD, UKB und Grünen ausgedrückt", so Thomas Ortmeier nach der Sitzung.
"Die Koalition hat mit dieser Entscheidung erneut gezeigt, dass es ihr offenkundig nicht um die Weiterentwicklung der Gemeinde Kalletal gehe, sondern um das Verhindern von guten Maßnahmen", ist Sabine Gerstenkorn-Pohl von der Entscheidung enttäuscht.
Bürgermeister Andreas Karger zeigte sich nach der Abstimmung ernüchtert: "Ich kann nicht begreifen, welche Chancen durch diese Entscheidung leichtfertig vergeben wurden."

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