Beim Sponsorenlauf diskutieren Schulpflegschaften über günstigere Mensavariante und vorgezogenen Mediothek-Bau
"Nix geht - alles läuft": Unter diesem Motto starteten Gymnasium und Realschule am Freitagvormittag einen Sponsorenlauf auf der Aschenbahn am Schulzentrum Süd. Die Schulen wollen damit einen eigenen Beitrag für das gewünschte Selbstlernzentrum leisten.
Nix geht - alles läuft: Unter diesem Motto startete gestern Vormittag der Sponsorenlauf zugunsten eines Selbstlernzentrums für Realschule und Gymnasium. VA-Fotos: Dirk Haunhorst
"Wir hoffen natürlich auch auf die Politik", sagte Dr. Sigrid Hohnemann, kurz bevor sie sich selbst auf die Runde machte. Die Schulpflegschafts-Vorsitzende des Gymnasiums hat ebenso wie ihr Amtskollege von der Realschule, Thomas Seiffart, klare Vorstellungen vom zeitlichen Ablauf. "Der Bau eines Selbstlernzentrums erst im Jahr 2011, wie von der Stadt geplant, käme viel zu spät", meint Hohnemann.
Die alternative Kalkulation der Schulpflegschaft: Die neue Mensa am Schulzentrum könnte deutlich preiswerter werden, wenn die Stadt den günstigsten Anbieter wählte. Und das auf diese Weise eingesparte Geld könnte dann kurzfristig in den Bau des Selbstlernzentrums, auch Mediothek genannt, fließen.
Schulmensa ist keine Lagerhalle
Laut Hohnemann beträgt beim Mensabau das Einsparvolumen wenigstens eine Viertelmillion Euro. Diese Information stamme von Baufirmen. "Wir haben jedoch den Eindruck, dass die Stadt bestimmte Firmen nicht will."
Solchen Spekulationen widerspricht Technischer Beigeordneter Stefan Mohme energisch. "Es gibt eine öffentliche Ausschreibung mit ganz klaren Kriterien, und an die hält sich die Stadt", sagte Mohme gestern Nachmittag auf MT-Anfrage. Wer behaupte, er könne die Mensa deutlich unter der veranschlagten Höchstsumme von einer Million Euro errichten, "der baut am Ende nicht das, was ausgeschrieben ist".
Bei solch einem Projekt dürfe man sich nicht auf zweitklassige Qualität einlassen. "Wir haben es schließlich mit einem öffentlichen Gebäude zu tun, nicht mit einer Lagerhalle", sagte der Beigeordnete. Zwar sei man bemüht, preiswert zu bauen, doch dürfe das nicht zulasten der Qualität gehen. Dafür seien die Vorgaben unter anderem für Brandschutz und Wärmedämmung viel zu anspruchsvoll.
Mohme geht davon aus, dass der Auftrag für den Mensa-Rohbau im Laufe der kommenden Woche vergeben wird. Zuvor hatte die Stadt die sogenannte Zuschlagsfrist, die zunächst Mitte Oktober abgelaufen war, um vier Wochen verlängert. Laut Mohme habe es noch Nachfragen bei potenziellen Bietern gegeben, beispielsweis im Hinblick auf Referenzen.
"Zehn Runden will ich schaffen"
Am Rande des Sponsorenlaufs meldete sich auch die Politik zu Wort. Susanne Engelking (FDP), neue Vorsitzende des Bildungsausschusses, will die Ausschreibungsunterlagen unter die Lupe nehmen. "Und zugleich Druck machen, damit Mensabau und Selbstlernzentrum so schnell wie möglich verwirklicht werden."
Derweil drehten die Gymnasiasten und Realschüler auf der Aschenbahn unverdrossen ihre Runden. Maria aus der 7b des Gymnasiums wartete am frühen Nachmittag auf ihren Einsatz. "Zehn Runden will ich schaffen", sagte sie. Fünf davon sponsert ihre Mutter mit jeweils zwei Euro, die andere Hälfte läuft die Zwölfjährige für die separat ausgelobten Klassenpreise.
Auch Lehrer schnürten die Sportschuhe. Beispielweise Jan Voß, der 4400 Meter absolvierte und für die elf Runden 22 Euro kassiert. "Meine Frau ist meine Sponsorin." Mit seinem Gesamtergebnis ist Voß recht zufrieden. "Schließlich unterrichte ich Musik und Englisch und nicht Sport."
Hingegen ist Theodor Block vom Fach. 40 Runden kündigte der durchtrainierte Sportlehrer vor seinem Start an. Mithilfe lukrativer "Sponsorenverträge" kommen auf diese Weise 1000 Euro fürs Selbstlernzentrum zusammen.
Kassensturz ist am Montag. Dann steht das Gesamtergebnis fest. Einen Beitrag dazu leistete gestern auch der Musikabend im Forum. Der Erlös kommt ebenfalls der Mediothek zugute.
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