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03.09.2010
Schulfahrt: Angst um Sicherheit der Kinder
Eltern beschweren sich über Busunternehmen / BVO will Kosten sparen / Stadt: Bezirksregierung kontaktiert
VON SVEN KIENSCHERF

Porta Westfalica (ski). Udo Propp hat Angst um seine Kinder. Der Eisberger ist froh, wenn sie heil aus dem Schulbus steigen. Glaubt man den Schilderungen seiner Tochter, spielten sich in dem Gefährt zu Wochenbeginn geradezu aberwitzige Szenen ab.

Besorgt: Udo Propp mit seinen Töchtern Pascalle Mielena (links) und Fabienne an der Haltestelle "Eisbergen Siedlung". Von dort aus fahren die Kinder in die Gesamtschule. Foto: Alexander Lehn

Seit Beginn des neuen Schuljahrs bringt das Busunternehmen Lahrmann die Kinder in Porta Westfalica zur Schule. Das Unternehmen mit Sitz in Wagenfeld-Ströhen arbeitet im Auftrag der Busverkehr Ostwestfalen GmbH (BVO) und bedient die Linie 610.

Udo Propps zwölfjährige Tochter Pascalle Mielena fährt von der Haltestelle "Eisbergen Siedlung" zur Gesamtschule, dort besucht sie die sechste Klasse. "Am Montag kam meine Tochter eine Stunde zu spät zum Unterricht. Die Busfahrerin musste die Kinder fragen, wo sie lang muss", berichtet Propp.

Am Dienstag sei seine Tochter dann völlig verstört aus der Schule gekommen. Propp: "Sie hat erzählt, die Fahrerin habe während der Fahrt die Straßenkarte gelesen, außerdem sei sie gegen einen Pfeiler gefahren." Auf die verunsicherten Kinder habe sie gereizt reagiert und gedroht, sie rauszuschmeißen. "Außerdem sind die Busse alt, und die Türen öffnen sich nicht richtig", so Propp.

Pascalle Mielena ist nicht das einzige Kind, dem beim Gedanken an die Fahrt zur Schule Angst und Bange wird. Schon mehrere Eltern hätten sich beschwert, heißt es im Sekretariat der Gesamtschule. Bei der Stadt sind ebenfalls besorgte Anrufe eingegangen.

Bürgermeister Stephan Böhme versicherte, er nehme die Beschwerden sehr ernst. "Wir haben bereits die Bezirksregierung Detmold, die Polizei und die BVO kontaktiert, um die Angelegenheit zu prüfen." Rat und Verwaltung hätten keinen Einfluss darauf, wen die BVO als Subunternehmer anheuere.

Bei der BVO bleibt man gelassen. Zwar nehme man die Beschwerden ernst. "Aber wir sehen es nicht als dramatisch an", so Pressesprecherin Dr. Sigrun Richter gestern. Gut 14 Busse von Lahrmann seien in Porta für die BVO unterwegs, Probleme gebe es nur mit einer Fahrerin. Richter: "Wir prüfen Unternehmen, die für uns arbeiten, sorgfältig."

Bis zum Ende des vergangenen Schuljahrs fuhr ein Anbieter aus Porta die Strecke, jahrelang. Die BVO macht keinen Hehl daraus, warum gewechselt wurde: Lahrmann ist günstiger.

Sprecherin Richter zum weiteren Vorgehen: "Wir werden der Fahrerin Gelegenheit geben, Stellung zu nehmen." Heute stehe ein Ortstermin bei Lahrmann an.

Lahrmann selbst äußerte sich bis Redaktionsschluss nicht zu den Vorwürfen. Nach MT-Informationen ist die besagte Fahrerin nicht mehr im Dienst, ein Bus wurde aus dem Verkehr gezogen.

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Dokument erstellt am 03.09.2010 um 01:25:27 Uhr

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