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09.09.2010
Wasserkraft für die Stadt Porta
Stadtwerke steigen ins Stromgeschäft ein / Startschuss auf Stadtfest / Bisher nur Gas und Wasser
VON STEFAN LYRATH

Porta Westfalica (Ly). Die Stadtwerke Porta Westfalica steigen ins Stromgeschäft ein. Der Startschuss fällt dieses Wochenende auf dem Stadtfest, wo das kommunale Unternehmen einen Stand hat. Angeboten wird "blauer Strom", ein Öko-Produkt und zu 100 Prozent aus Wasserkraft.

Vor dem Start: Geschäftsführer Randulph Noack, Prokuristin Claudia Edler und Vertriebsleiterin Christina Crepaz (v.l.). Mit der Kletterburg, die Noack als Plakat zeigt, stehen die Stadtwerke auf dem Stadtfest. Foto: Stefan Lyrath

"Blau für alle": Hinter dem Slogan steckt der "zukunftsweisende Ansatz, Strom ausschließlich aus erneuerbaren Energien anzubieten", wie die Stadtwerke schreiben. Geschäftsführer Randulph Noack sieht darin auch eine Alternative zum Atomstrom.

"Die Wahl des Stromversorgers ist in den letzten Jahren mehr und mehr zur Vertrauensfrage geworden", sagt er. "Wir möchten als lokaler Anbieter Vertrauen schaffen und einen Beitrag zu einer umweltfreundlicheren Zukunft unserer Region leisten."

Zum Jahresende hofft der Geschäftsführer auf die ersten 1000 Stromkunden, in spätestens drei Jahren sollen daraus 2500 geworden sein. "Das Wichtigste wird sein, die Kunden zu halten", so Vertriebsleiterin Christina Crepaz. Es gibt zwei Tarife: "Mini" für durchschnittliche Haushalte mit einem Jahresverbrauch bis zu 5000 Kilowattstunden, "Maxi" für alles, was darüber hinausgeht.

Der Handel mit Porta-Strom bleibt zunächst auf Ostwestfalen-Lippe beschränkt, konzentriert sich aber natürlich auf die Stadt. Mit ihren zurzeit 27 Beschäftigten haben die Stadtwerke bisher Wasser (rund 11 000 Kunden) und Gas (5000) geliefert.

Bürgermeister Stephan Böhme, zugleich Vorsitzender des Aufsichtsrates, hält Porta-Strom für "die preiswerte ökologische Alternative". Er weist zudem darauf hin, dass dies "ein Eigengewächs der kleinen, feinen Stadtwerke" sei - und kein Kooperationsmodell, bei dem das kommunale Unternehmen Provisionen bekäme. Zu 75,1 Prozent gehören die "Stadtwerke der Bürger" (Böhme) der Stadt. Den Rest teilen sich Eon und RWE.

Erzeugt wird der Portaner Öko-Strom den Angaben zufolge in einem norwegischen Wasserkraftwerk. Nun wird nicht extra eine Leitung nach Skandinavien gelegt, das wäre etwas übertrieben. Strom ist Strom, in der Leitung gibt es keinen Unterschied.

Der heimische Saft kann aus dem Veltheimer Steinkohle-Kraftwerk kommen, aus Photovoltaik, Wind oder anderen Kraftwerken der Umgebung. Je nach Bedarf und Angebot ändert sich das zum Teil mehrfach am Tag. In Deutschland liegt der Anteil des Öko-Stroms bei 16 Prozent. Im Kreis Minden-Lübbecke liefern sonst nur die Stadtwerke Lübbecke Strom.

Mit dem Bekenntnis zum "sauberen" Strom unterstützt Porta Westfalica das Wasserkraftwerk in Norwegen und damit erneuerbare Energien. Eon, quasi der Transporteur, bekommt für die Leitungen ein so genanntes "Netznutzungsentgelt".

Auf dem Stadtfest dürften die Stadtwerke kaum zu übersehen sein. Dafür sorgt eine sechs Meter hohe Kletterwand, errichtet in Zusammenarbeit mit der katholischen Kirchengemeinde St. Walburga. Außerdem gibt es ein Kinder-Quiz zum Thema Strom (zu gewinnen ist ein Tag im Badezentrum), einen Ballonwettbewerb oder einen Hydranten, wo Jungen und Mädchen Wasser zapfen können.

www.porta-strom.com

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Dokument erstellt am 09.09.2010 um 01:15:11 Uhr

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