Donnerstag, 17.05.2012
| Impressum | Kontakt | Sitemap | Newsletter

01.02.2012
Planung für Hofviertel ist überholt
Architekt stellt neuen Entwurf vor / Keine Tiefgarage, Quartier mit Autos befahrbar
VON STEFAN LYRATH

Porta Westfalica-Hausberge (Ly). Die bisherige Planung für ein Hausberger Hofviertel ist Schnee von gestern. Auch der Name ändert sich: Das Quartier soll jetzt Volksbank-Viertel heißen, benannt nach dem Investor.

André Blankenagel, Geschäftsführer des Immobilien-Centers der Volksbank, vor dem Bankgebäude an der Hauptstraße. Nach dem Abriss soll dort ein Ärztehaus entstehen. Archivfoto: Lyrath

Davon war im Planungsausschuss die Rede, wo Architekt Frank Diekmann einen Entwurf vorstellte. Neu ist, dass es nun doch keine Tiefgarage geben wird. Hintergrund sind die Ergebnisse eines Bodengutachtens. Dafür soll ein größeres Gebäude entstehen, das überdachte Parkplätze auf zwei Ebenen bietet, außerdem Wohnraum und Büros.

Neu ist, dass das Viertel befahrbar sein wird und nicht abgeschottet. Die Häuser sollen rechts und links der Blickachse zur Kirche stehen, Hof-Charakter wäre damit passé. Den Angaben zufolge will die Bäckerei Bertermann, die einen von drei Neubauten beziehen möchte, ein Außencafé mit Sitzgelegenheiten einrichten, außerdem ein Drive-in für Autofahrer. Ursprünglich war mehr Gastronomie vorgesehen. Was fehlt, sind Nutzer. Wie es im Ausschuss hieß, habe die Vermarktung Probleme bereitet: "Keiner wollte in den Innenhof."

Abschluss für Mitte 2013 geplant

Architekt Diekmann geht davon aus, dass die Bauarbeiten in diesem Jahr beginnen und Mitte 2013 abgeschlossen werden. In jeweils einen weiteren Neubau ziehen Bertermann und die Volksbank Minden-Hille-Porta als Nachbarn ein. Das Gebäude mit den überdachten Parkplätzen würde parallel dazu errichtet. Erhalten bliebe das denkmalgeschützte Haus, in dem zuletzt das "Café Petit" untergebracht war. Das neue Quartier liegt zwischen Hauptstraße, Kirchsiek, Kempstraße und Kiekenbrink. Verbunden ist das Projekt mit dem Neubau eines Ärztehauses (drei Praxen, eine Apotheke) an der Hauptstraße, wo zurzeit das Gebäude der Volksbank steht. Mit dem Abriss könnte im März begonnen werden.

Nach den Vorstellungen der Planer soll zugleich der Amtsbrink, Hausberges steilste Straße, für Autos gesperrt werden und eine Treppenanlage für Fußgänger entstehen. Eine Durchfahrt soll am Kiekenbrink geschaffen werden. Dort steht bisher noch ein denkmalgeschütztes Haus im Weg, das als baufällig gilt. Das Gebäude müsste aus der Denkmalliste gestrichen werden.

Für die Zeit der Bauarbeiten will die Volksbank nicht den Rückzug antreten. André Blankenagel, Geschäftsführer des Immobilien-Centers, erklärte im Planungsausschuss: "Wir sind an einer Lösung dran - entweder direkt vor Ort oder in der Nachbarschaft." In Hausberge gibt es mehrere Leerstände.

Drei statt vier Neubauten

Für das gesamte Projekt hatte die Volksbank anfangs mit 6,5 Millionen Euro gerechnet. Nun, bei drei statt vier Neubauten, geht Blankenagel davon aus, dass es "wohl eher etwas weniger" wird.

So oder so wird die Innenstadt aufgewertet und belebt. "Deshalb befürworte ich sehr, dass dort etwas geschieht", sagt der Hausberger Ortschronist Hans-Martin Polte. Überdies, so Polte, werde alte Bausubstanz durch moderne Bauten ersetzt. "Und die Blickachse vom Schuhhaus Dopheide zur Kirche würde erst richtig hergestellt. Das muss sehr schön aussehen."

Probleme erwartet Polte bei der Verkehrsführung. Nach den bisherigen Planungen fahren Besucher des Viertels von der Kempstraße ein und kommen an der Hauptstraße wieder raus. "Eine enge Geschichte", wie der Chronist meint.

Zu den Kritikern gehört Olaf Poprawa (Grüne). Angesichts überbauter Parkplätze befürchtet er, dass der Innenhof den "Charme einer Tiefgarage" haben werde. Poprawa kommt das "wie ein reiner Zweckbau" vor, "der auch in einem Industriegebiet stehen könnte, zu Hausberge aber nicht passt". SPD-Mann Karl-Wilhelm Behning kann sich mit der Planung anfreunden. Ausschussvorsitzender Fritz-Günter Vogt (SPD) warnt vor verfrühter Kritik. Er glaubt, dass die Planung noch mehrfach geändert wird.

Dokumenten Information
Copyright © Vlothoer Anzeiger 2012
Dokument erstellt am 01.02.2012 um 01:11:18 Uhr


ePAPER
Wetter in Vlotho
Heute
11°

-2°
Sonne
05:27 Uhr

21:17 Uhr
Regen
30%
Wind
20 km/h
aus W