Sandra Büsching startet Unterschriftenaktion / "Rückschritt für berufstätige Eltern"
190 Kinder besuchen die Grundschule in Hausberge, davon nutzen 92 das Angebot des Offenen Ganztags. 12 Kinder sind von dem Wegfall der Buslinie um 16.30 Uhr in Richtung Lohfeld betroffen, ihre Eltern wurden mit einem Brief der Stadtverwaltung Porta Westfalica über die Regelung informiert. Darin heißt es, dass der Spezialverkehr eine freiwillige Leistung ist, die die Stadt aufgrund der schlechten Finanzlage nicht mehr erbringen darf.
Schulleiterin Silke Meyer berichtet: "Ich wurde von der Verwaltung gefragt, ob der Bus nach der vierten, fünften oder sechsten Stunde wegfallen kann. Das sind aber Pflichtstunden." Sie bedauert, dass der Bus nach dem Ende des Ganztags künftig wegfällt.
Sandra Büsching ist der Meinung: "Bei Kindern darf man nicht sparen. Sie sind unsere Zukunft." Die 34-jährige Hausbergerin hat keine Möglichkeit, ihren Sohn von der Schule abzuholen, da sie bis 16.30 Uhr in Minden arbeitet. Als Alternative nennt die Stadtverwaltung die Buslinie 610, die um 16.51 Uhr an der Schneckenstraße abfährt. "Das ist nicht zumutbar", meint Sandra Büsching.
Die Bushaltestelle befindet sich etwa 200 Meter entfernt oberhalb der Schule. Die Grundschüler müssten eine Straße überqueren und an einer unbedachten Haltestelle - im Winter auch im Dunkeln - 20 Minuten dort warten. Darüber hinaus müssten sie für den Busfahrer den passenden Geldbetrag bereithalten. Ihr Vorschlag, einen kleineren Bus einzusetzen und einen geringen Betrag zu zahlen, wurde von der Verwaltung abgelehnt.
Philip besucht die erste Klasse, ihr Sohn Florian wird 2013 eingeschult. "Mir geht es dabei nicht nur um mein Kind, sondern auch um die Kinder, die in den kommenden Jahren eingeschult werden", sagt die Ergotherapeutin. Daher hat sie einen Elternbrief im Offenen Ganztag und auch in den Kindergärten verteilt. Dort seien verstärkt U3-Plätze ausgebaut worden, eine Betreuung bis 17 Uhr möglich. "Die neue Regelung bedeutet einen Rückschritt für berufstätige Eltern. Und das Projekt Offener Ganztag leidet darunter", sagt sie.
Falls ihre Bemühungen keinen Erfolg haben, zieht die Hausbergerin auch einen Schulwechsel nach Minden in Betracht. Dann könnte sie ihre Kinder nach der Arbeit dort abholen. "Ich hätte aber gekämpft. Man kann doch nicht immer alles hinnehmen."