Jungen und Mädchen arbeiten am Samstag in der Malschule Pohle in geheimer Mission / Vor den Mamas geheim gehalten
Dabei hatte Brigitte Pohle, Inhaberin der gleichnamigen Malschule, schon kurz vor Ostern einen Knüller für das traditionelle Muttertagsmalen versprochen. Knallig war das Motiv dann auch wirklich: zwei prall-rote Kirschen auf rotem Grund. Eingefallen war der Künstlerin das Motiv im Schlaf. "Das Bild erinnert an Mon Cherie. Ich wollte das natürlich nicht nachmachen, aber ich finde, die Worte sind für eine Mutter doch schön." Für die 17 Jungen und Mädchen zwischen fünf und 13 Jahren war am Samstagvormittag der Weg bis zum fertigen Bild zum Teil ein ganz schön hartes Stück Arbeit.
Mit dem Fön wurde beim Trocknen nachgeholfen.
Nachdem sie mit einem Schwamm die Grundfarbe auf die Leinwand getupft hatten, mussten die Kinder für das Ausmalen der Kirschen erst einmal den richtigen Rot-Ton treffen. "Bei Künstlerfarben gibt es kein Kirschrot. Wir müssen es deshalb aus Zinnober und Kaminrot mischen", erklärte Pohle.
"Faulgefahr" bei der falschen Farbmischung
Sie hatte wieder inmitten der kleinen Künstler Platz genommen und versuchte im Zeitalter des Multi-Taskings gleichzeitig die Kinder zu beraten sowie Acrylfarbe und Ratschläge zu verteilen. Dieses Mal war besonders oft ihr helfender Einsatz gefordert, war es doch gar nicht so einfach, beim Mischen der Farben den richtigen Farbton zu treffen.
Besonders die Schattierung der Kirschen verlangte den Kindern einiges ab. "Die Kante muss richtig knackig sein", meinte Brigitte Pohle in die Runde. Mit einem Mix aus Grün und Rot sollte die Farbe für den Schatten hergestellt werden.
Dabei war Vorsicht geboten: "Wir wollen ja keine faulen Kirschen haben", warnte Brigitte Pohle vor einem zu dunklen Ton. Ein zustimmendes "Bäh" ertönte daraufhin von allen Seiten. Beim Ausmalen nicht überzumalen, war eine weitere Schwierigkeitshürde, die es zu bewältigen galt. Das Problem dabei war die Feinmotorik. "Das kann nicht jeder hier. Manche 13-Jährigen haben die Feinmotorik von Siebenjährigen", hat Pohle bemerkt.
Als dann nach mehr als eineinhalb Stunden die Kirschen endlich fertig gemalt und mit dem Fön getrocknet waren, konnten die Kinder ihr Geschenk noch einpacken. Schließlich musste das Geheimnis noch einen Tag gewahrt bleiben.
Eine Mutter, die schon ganz gespannt vor der Malschule auf Kind und Geschenk wartete, war Ivonne Krupka. Die 28-Jährige war extra aus Lübbecke hergekommen, um ihrem Sohn Kai Justin (9) den Malvormittag zu ermöglichen. Sie freute sich schon sehr auf das Bild. "Ich warte extra draußen, damit es eine Überraschung bleibt."
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