17.06.2009
Schnupperkurs mit Tierfreunden
Fachtagung Tiere als pädagogische und therapeutische Helfer im Jugendhof / Sehr familiär
VON NINA KÖNEMANN
Vlotho (va). Ein Schlabbern mit der großen Hundezunge durchs Gesicht und die Tränen sind weg: Tiere sind nicht nur treue Wegbegleiter, sie können auch trösten und therapieren. Im Jugendhof fand jetzt sie siebte Fachtagung zum Thema "Tiere als pädagogische und therapeutische Helfer" statt.
Erste Kontaktversuche: Beim Workshop lernten die Teilnehmer, sich auf das Tier einzulassen. VA-Fotos: Nina Könemann
Die Atmosphäre in den Tagungsräumen des Jugendhofes ist gelöst. Gut 60 Teilnehmer sind zur Fachtagung gekommen. Das Verhältnis untereinander ist fast familiär. "Man kennt sich", sagt Anja Becker. Sie ist schon zum sechsten Mal bei der "tierischen" Bildungsveranstaltung dabei und kommt immer gerne wieder. "Die Workshops sind sehr interessant. Hier kann auch jeder, der schon einmal da war, noch etwas Neues lernen."
Anja Becker kennt sich mit der Arbeit mit Tieren aus. Sie ist für den Wittekindshof in Gronau tätig und hat dort täglich mit schwerstbehinderten Alten und auch "Jungspunden" zu tun. Um die Motorik besser zu schulen und die Behinderten auf Trab zu halten. hat sie einen großen Schweizer mit kurzem Fell, der als Therapiehund dient. "Das funktioniert sehr gut", sagt sie. Gebe man den Behinderten zum Beispiel ein Leckerli in die Hand und der Hund käme auf sie zu, würden sie die Hand ganz automatisch öffnen. "Das sind Bewegungen, die man ohne Tiere nur ganz schwer erreichen kann", sagt Becker.
Bevor es zur kleinen Pferdeherde ging, schauten sich viele Teilnehmer die Tiere erst mal vom Zaun aus an.
Ihr großer Therapiehund ist bei der Fachtagung im Jugendhof zwar nicht mit dabei, dafür hat Anja Becker aber ihren Jack Russel Terrier mitgebracht. "Der ist für so was allerdings völlig ungeeignet."
Mit ihrem tierischen Begleiter ist Becker nicht die Einzige auf der Tagung. "Viele der 60 Teilnehmer haben einen Hund mitgebracht", sagt Sabine Haupt-Scherer, Bildungsreferentin des Jugendhofes. Deswegen sei es auch ausnahmsweise erlaubt, die Tiere mit in die Vortragsräume zu nehmen. "Bei einem Tierworkshop muss so was möglich sein."
Bei der zweitägigen Fachtagung, die noch bis heute Abend, 17 Uhr, geht, werden insgesamt vier Workshops und drei Vorträge angeboten, die sich mit den unterschiedlichsten Aspekten von Tiertherapie und Pädagogik auseinandersetzen.
Bei den tierischen Besuchern ist dabei Kontrastprogramm angesagt: Gestern war Heilpraktikerin Melanie Westerheide mit zwei Pferden vor Ort, um den Teilnehmer zu zeigen, "wie das Gefühl in einer Pferdeherde ist". Heute sind Kleintiere an der Reihe: Ingrid Stephan vom Institut für soziales Lernen mit Tieren aus der Wedemark macht einen Workshop zu "federleichten" Begegnungen und hat dafür einige Vögel mitgebracht.
Neben den beiden Workshops, die direkt mit den Tieren durchgeführt werden, bietet Irene Kesselmeier aus dem Haus Moorteich in Bad Pymont noch einen zweistündige Veranstaltung zum Thema tiergestützte Arbeit mit psychisch kranken Menschen an. Außerdem können die Tagungsteilnehmer von Sozialpädagogin Bettina Lang lernen, wie die Arbeit auf einem Bauernhofkindergarten funktioniert.
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Dokument erstellt am 16.06.2009 um 22:25:10 Uhr
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