"Wenn man diesen Grundsatz beherzigt, kann man im Prinzip kaum etwas falsch machen", so Apotheker Heinz-Peter Wittmann, Sprecher der Apothekerschaft im Kreis Herford. "Eine bedarfsgerechte Ernährung", sagt der Apotheker, "ist die Voraussetzung für einen ungestörten Schwangerschaftsverlauf".
Der Organismus der schwangeren Frau ist so ausgerichtet, dass die Versorgung des Föten in jeder Phase gewährleistet wird. Deshalb sollte darauf geachtet werden, dass der intensive Nährstofftransport zum Föten den weiblichen Organismus nicht an Nährstoffen verarmen lässt.
Grundsätzlich gilt, ein vielseitiger Speiseplan mit reichlich frischer Kost, vielen pflanzlichen und ausreichend tierischen Lebensmitteln ist die beste Basis für eine gesunde Ernährung in der Schwangerschaft. Wichtig ist, auf eine Extraportion Vitamine und Mineralstoffe zu achten, deshalb sollten Schwangere regelmäßig Milch und Milchprodukte, Fleisch, Fisch, Obst, Gemüse und Vollkornerzeugnisse zu sich nehmen.
Ein weiterer wichtiger Tipp von Heinz-Peter Wittmann: "Essen Sie lieber mehrere kleine Mahlzeiten am Tag. So versorgen Sie Ihr Kind regelmäßig mit Nährstoffen und vermeiden ein unangenehmes Völlegefühl."
Ein Vitamin, das in der Schwangerschaft zusätzlich an Bedeutung gewinnt, ist Folsäure, die beispielsweise Entwicklungsstörungen des Gehirns vorbeugt. Folsäure kann zwar auch durch Lebensmittel wie Grünkohl, Blattsalate oder Vollkornprodukte aufgenommen werden, trotzdem sollte der zusätzliche Bedarf durch Tabletten gedeckt werden.
Weitere Anregungen für die Ernährung in der Schwangerschaft: Verwendung von Jodsalz, der häufige Verzehr von Rohkost, dreimal pro Woche magere Fleisch- und Wurstwaren, ein- bis zweimal pro Woche Seefisch für die Versorgung mit Jod und ungesättigten Fettsäuren und anderthalb Liter Mineralwasser, ungesüßter Kräuter- oder Früchtetee und Fruchtsaftschorle.
Nicht ganz so extrem, aber trotzdem häufig ein Problem ist die Versorgung mit Eisen, Kalzium und Jod. Auch hier kann es durchaus sinnvoll sein, auf Zusatzpräparate zurückzugreifen. Dies sollte jedoch nur in Absprache mit dem Arzt oder Apotheker stattfinden, genau wie die Einnahme aller anderer Medikamente. Oft sei auch eine alternative Therapie möglich, etwa mit pflanzlichen Mitteln, erläutert Wittmann weiter.
"Wie viel Gewichtszunahme ist normal?" Diese Frage stellen sich viele Schwangere. Wittmann erklärt, dass dies vom Ausgangsgewicht abhängig sei. Etwa ab dem vierten Monat nehmen Schwangere an Gewicht zu. Bei einer Frau mit Normalgewicht sollte dies zehn bis 16 Kilogramm betragen, bei sehr leichten Frauen mehr, bei Übergewichtigen weniger.
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