Vierte Hochschultage bei Kannegiesser / Studenten und Absolventen lernen das Vlothoer Unternehmen kennen
Es sind mittel- und langfristige Perspektiven, die die Teilnehmer auch auf der inzwischen vierten Veranstaltung dieser Art wieder zusammenführten: Studenten und Absolventen erkundigen sich zu ihren eigenen beruflichen Möglichkeiten im Hause des mittelständischen Wäschereitechnikbetriebs, und Firmenvertreter bekamen einen intensiven Eindruck von möglichen neuen Köpfen.
"Der bietet sich in einem normalen Vorstellungsgespräch längst nicht", sagt Personalleiter Dieter Kirstein. Die Atmosphäre bei den Hochschultagen sei einerseits lockerer, man könne sich an den zwei Tagen aber auch besser kennen lernen. Für die Firma ist ein enger Kontakt mit potenziellen Mitarbeitern enorm wichtig: "Bei uns haben neue Mitarbeiter eine überdurchschnittlich lange Einarbeitungszeit von ein bis zwei Jahren", sagt Michael Harre, Spartenleiter Vertrieb. Da müsse man sich darauf verlassen können, sich für die richtigen Mitarbeiter entschieden zu haben.
Das Konzept für die Hochschultage stammt von Dr. Bernd Helbich von der Herforder Arbeitsgemeinschaft der Wirtschaft für Weiterbildung und Personalentwicklung ("Mach 2"). Er setzt das Projekt seit 2007 in enger Zusammenarbeit mit dem Vlothoer Unternehmen um. "Die Firma Kannegiesser ist mit dieser Idee ein Vorreiter", ist er überzeugt.
Ausführlich den Betrieb erkundet
Auch in diesem Jahr kommen die meisten der 24 Teilnehmer der Hochschultage von Fachhochschulen und Universitäten in der Region. So waren viele Studenten und Absolventen von der Hochschule Ostwestfalen-Lippe in Lemgo, der FH Bielefeld oder von der Uni Paderborn dabei - von dort reisten sogar drei chinesische Austauschstudenten an, die sich für Kannegiesser interessieren. Sie alle haben gestern zunächst eine ausführliche Betriebsführung unternommen. "Das war sehr interessant - auch, weil wir jederzeit zwischendurch Fragen stellen konnten", sagt Hendrik Meise, der sein Studium in Bielefeld vor kurzem abgeschlossen hat.
Der frisch gebackene Maschinenbauingenieur durfte sich nach dem ersten Kennenlernen wie alle anderen Teilnehmer einer Fallstudie widmen. Dabei galt es, die im Ausstellungsraum bei Kanengiesser aufgestellten Maschinen mit einer zentralen Abförderung für die darin verarbeitete Wäsche auszustatten - freilich in der Theorie. Das dafür zu entwickelnde Transportsystem sollte unter Berücksichtigung mehrerer Kriterien zunächst analysiert werden, danach aber auch optimiert werden: Wie könnte ein Höhenunterschied bewältigt werden? Wie sollte sichergestellt werden, dass nur vollständige Wäschestapel zu den Kunden gelangen?
Nach Interesse und Neigung fanden sich vier Teams zusammen, die die gleiche Aufgabenstellung aus dem Blickwinkel des Maschinenbaus, der Automatisierungstechnik/Informatik, des technischen Vertriebs und des Beschaffungsmangements bearbeiteten. Diese Ergebnisse tauschten sie nicht nur untereinander und mit den Betreuern der Firma aus, sondern präsentieren sie am heutigen Freitagmorgen sogar an höchster Stelle - die Zuhörerschaft ist keine geringere als die Geschäftsleitung. Da werden die Teilnehmer dann alles daran setzen, sich bestmöglich zu verkaufen. Denn schließlich sind die meisten durchaus interessiert an einer beruflichen Zukunft bei Kannegiesser. Auch Hendrik Meise kann sich die gut vorstellen. Überhaupt ist er mit dem Programm zufrieden: "Die Zeit verging hier wie im Flug", zog er schon gestern Nachmittag ein Zwischenfazit.
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