Letzten Monat gab es eine Premiere im Eichenhof: das erste Patentreffen hat stattgefunden. Was haben Paten und Tierheimbewohner miteinander zu tun? Der interessierte Leser wird eine Patenschaft in christlichen Kirchen kennen, bei dem der Taufpate die Aufgabe übernimmt, die menschliche und religiöse Entwicklung seines Patenkindes zu begleiten, was sich heute in den allermeisten Fällen auf das Beschenken desselben zu unterschiedlichen feierlichen Anlässen beschränkt.
Oder man kennt den gleichnamigen Mafiafilm von Francis Ford Coppola, wo sich der Pate und Mafiaboß Don Vito auf die ihm eigene und ziemlich blutige Art und Weise um seinen Patensohn und andere Mitglieder seiner "Familie" kümmert.
Beides lässt sich vom Grundsatz her und ohne die blutrünstigen Aspekte auch auf eine Patenschaft im Tierheim übertragen. Tierfreunde, die im Eichenhof eine Patenschaft übernehmen möchten, kümmern sich mit einem festen monatlichen Beitrag um ihren Schützling. Die Mindestsumme beträgt fünf Euro. Darüber hinaus können sie persönlichen Kontakt mit ihren "Patenkindern" pflegen, indem sie mit den Hunden spazieren gehen oder die Katzen mit Streicheleinheiten verwöhnen.
Die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter des Tierheimes sind überwältigt vom Erfolg dieses Angebotes, denn obwohl es erst seit wenigen Monaten besteht, haben bereits 20 Tiere einen Paten. Jeder von ihnen bekommt eine Urkunde mit dem Bild und dem Lebenslauf seines Tieres, das er sich selbst aussuchen kann. Diese persönliche Bindung trägt sicherlich zu der hohen Akzeptanz bei. Viele Menschen würden gern ein eigenes Tier besitzen, aber können durch Berufstätigkeit, Wohnsituation oder andere Hemmnisse diesen Wunsch nicht in die Realität umsetzen. Manche trauen sich auch die Verantwortung nicht zu oder sie sind einfach gesundheitlich nicht in der Lage.
Mit der Patenschaft kann man den Umgang mit Tieren "auf Probe" testen und hat die Chance, seinen persönlichen Favoriten näher kennenzulernen.
Um diese Verbundenheit noch zu vertiefen, lud das Tierheim jetzt alle Paten zum gemeinsamen Kaffeetrinken ein.
Die Initiatorinnen des Projektes "Patentiere" boten nach der Begrüßung zunächst einen Rundgang durch das Tierheim an, um einen Blick hinter die Kulissen zu ermöglichen. Die Besucher konnten persönlich den maroden Zustand der Zwinger in Augenschein nehmen, die dringend renoviert werden müssten.
Aber sie sahen auch die neuen Notaufnahmeboxen, die mithilfe zahlreicher Spenden errichtet werden konnten und staunten über die Information, dass dort durchschnittlich einmal wöchentlich ein Tier von seinen alten Besitzern "deponiert" wird.
Es gab erfreuliche Informationen über die Tiere, z.B. dass ein verunfallter Hund mithilfe seiner Paten erfolgreich operiert und dann auch vermittelt werden konnte, aber auch erschütternde Informationen über einzelne Tierschicksale. Danach ging es zum gemütlichen Teil des Nachmittages über und die Paten konnten sich mit Kaffee und Kuchen stärken.
Bleibt zu hoffen, dass sich noch weitere Menschen von dieser guten Idee anstecken lassen und es bald noch viel mehr Paten für weitere Hunde und unsere zahlreichen Katzen und Kleintiere gibt.
Tierische Grüße aus dem Eichenhof


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