Vegetarierbund Deutschland sucht Gleichgesinnte und will bei Umstellung helfen / Stammtisch trifft sich am 18. Januar
Deppe ist eines von zehn Mitgliedern der Vebu-Regionalgruppe Detmold-Minden, die sich im September zusammenfand. Mit Aktionen wie einer Vegetarischen Weihnacht will sie den Menschen ein Leben ohne Fleischprodukte schmackhaft machen. Auch einen Stammtisch gibt es und am Samstag, 21. Januar, geht es auf zur Demo "Wir haben es satt! Bauernhöfe statt Agrarindustrie" nach Berlin.
"Es ist unkomplizierter geworden und man ist nicht mehr eine Sippschaft für sich", sagt Marc Weber über sein Leben als Vegetarier. "Früher haben Veganer Vegetarier nicht akzeptiert und umgekehrt", weiß Deppe noch. "Heute sieht man die Sache pragmatischer: Jeder, der weniger Fleisch ist, trägt was bei", so Weber.
Bei Deppe, Weber und auch der Sprecherin der Regionalgruppe, Sabine Schael, gelang der Übergang vom Fleischesser zum Vegetarier und schließlich Veganer schrittweise. Sabine Schael lehnte Fleisch schon als Kind ab. "Für mich war das immer was Lebendiges." Je älter sie wurde, desto klarer sei ihre Lebenseinstellung geworden, so die 57-Jährige. Damals, in den 1970er-Jahren, da war sie mit der Einstellung noch Außenseiterin. "Vegetarier galten als Gesundheitsfreaks." Das änderte sich erst mit den 1990er Jahren, als das fleischlose Leben auch für den Klimaschutz relevant wurde.
"Massentierhaltung ist für ein Drittel mehr schädliche Treibhausgase verantwortlich als das gesamte Transportwesen", sagt Lehrerin Schael. Im Vordergrund stehen für sie aber ethische Gründe: Kein Tier solle für sie leiden. Darum strich sie vor drei Jahren auch Milchprodukte von ihrer Einkaufsliste. "Es ist die einzige Lebensweise, um Tiere komplett zu schützen."
Auch Marc Weber lehnt Fleisch auf dem Teller aus Mitleid mit den Tieren ab. Milch und Käse gibt es aber in seinem Kühlschrank noch, und seine Frau darf auch Fleisch essen. "Ich kann leben, ohne dass ein Tier dafür sterben muss", sagt er. Aufräumen will Weber auch mit dem Vorurteil, als Vegetarier sei der Speiseplan eingeschränkt. "In der Kantine gibt es zum Beispiel viel Auswahl."
Auch Ursula Deppe wirbt für ihre Lebensweise. Vor fast 30 Jahren strich sie das Fleisch von ihrem Speiseplan, vor 20 Jahren auch Milchprodukte. Was wohl ihr Vater, der Schlachtermeister, dazu gesagt hätte. "Nichts, das wäre ihm egal gewesen", meint die Portanerin. Aber auch für sie war es eine Umstellung, die sie zum Beispiel mit Kochkursen bewältigte.
Die Vebu-Mitglieder wollen angehenden Vegetariern und Veganern mit Tipps und Rezepten unter die Arme greifen. Wer Interesse an einem ersten Kennenlernen hat, kann zum Stammtisch der Gruppe am Mittwoch, 18. Januar, um 19 Uhr in das Restaurant Maharaja am Markt 15 in Minden kommen. Weitere Infos gibt es bei Ursula Deppe unter Telefon (0 57 06) 20 21 oder
www.vebu.de.
Anmeldungen für die Busfahrt zur Demo am Samstag, 21. Januar, Start um 7 Uhr in Porta Westfalica, per E-Mail an:
detmold@vebu.de