Eigentümergemeinschaft Kordes äußert sich zum Hotel Lütke / Aus Kunsthaus nichts geworden
Der Unternehmer aus Uffeln wunderte sich, warum er von der Einladungsliste des Jahresempfangs gestrichen worden sei. Darum verdeutlichte er im gestrigen Pressegespräch seine Sicht der Dinge zum Hotel Lütke. Auch Tochter Marion Karstens und Sohn Sebastian Kordes waren anwesend. Zusammen mit Bruder Christian sind die drei Kinder die Eigentümergemeinschaft des ehemaligen Hotels.
Das Hotel Lütke sollte ein "Schmuckpalast" werden. Dazu ist es bis jetzt nicht gekommen. VA-Foto: Plöger
Kordes reagierte auf die Aussage Bernd Stutes beim Jahresempfang (VA berichtete). Stute hatte auf der Bühne betont, dass ihn der desolate Zustand des seit Jahren leer stehenden Hauses störe.
Ende der 90er-Jahre habe die Familie die Immobilie aus der Zwangsversteigerung gekauft - euphorisch, wie Willi Kordes heute meint. Ein "Schmuckpalast" hätte daraus gemacht werden sollen. "Unser damaliger Anspruch auf das Besondere wäre so teuer geworden, dass sich niemals eine Rentabilität ergeben hätte, sondern ein dauerhafter Verlust. Hierfür gibt es genügend Gastronomiebeispiele", so die Eigentümergemeinschaft. "Uns gefällt der jetzige Zustand des Gebäudes am wenigstens", so Kordes.
Sohn Sebastian blickte zurück, dass der Theaterverein "Spotlight", wo er einst mitwirkte, das Hotel in den Anfangsjahren noch für Aufführungen genutzt habe: "2002/2003 hat sich der Verein dann aufgelöst. Viele Gegenstände sind danach zur Freilichtbühne Porta gegangen." Dort sei Sebastian nach wie engagiert, aber nicht auf der Bühne sondern im technischen Bereich.
Seit Langem hätten die Kordes nach einer anderen Verwendung gesucht. "In guter Absicht haben wir vor Jahren mit der Stadt Vlotho Kontakt aufgenommen, um das Objekt im Rahmen einer Stiftung als Kunsthaus zu übergeben. Hier hätte natürlich auch die Stadt sich beteiligen müssen, zum Beispiel an Grundsteuer, Strom, Heizung, vielleicht auch an anderen eher geringfügigen Kosten", so die Familie.
Dieser Plan sei von der Stadt nie weiter beachtet oder verhandelt worden. Willi Kordes: "Wir sind auch heute noch zu einem solchen Gespräch bereit." Die anderweitigen Pläne, die Immobilie - zu einem geringen Verkaufspreis - zu veräußern, seien gescheitert. "Noch nicht einmal geschenkt will jemand das Hotel haben. Das liegt nicht allein an dem Objekt, sondern auch an dem Ort Vlotho", zieht Kordes persönliche Bilanz.
"Spitzen wie beim Jahresempfang nicht gut"
Wie viel Geld ins Hotel Lütke investiert werden müsse, konnte die Familie nicht angeben. Das hänge auch von den jeweiligen Plänen eines möglichen Investors ab. Das Haus sei entkernt worden, habe vor Jahren eine neue Heizung und ein neues Dach für den Theatersaal bekommen. Laut Aussage von Willi Kordes seien eine halbe Millionen DM damals investiert worden.
Die Eigentümergemeinschaft sehe ein, dass etwas geschehen muss. Das werde es auch, wenn kein Verkauf möglich sei. Es gebe im Familienkreis Überlegungen zum Umbau des Objektes zu reinen Wohn- und Gewerbeflächen. "Hierzu können wir aber frühestens zum Ende 2012 Näheres sagen." Marion Karstens meinte, dass dazu der Rückhalt der Stadt erforderlich ist. "Solche Spitzen wie beim Jahresempfang sind nicht förderlich", so die Tochter.