Donnerstag, 17.05.2012
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04.02.2012
Anlieger wollen keinen neuen Brunnen
Diskussion im Rathaus kreist um den Mittelpunkt des "Sommerfelder Platzes" / Mühlstein-Bauwerk soll bleiben
VON MICHAELA PODSCHUN

Vlotho (va). Der alte Brunnen auf dem Sommerfelder Platz soll bleiben. Dafür sprachen sich Anlieger in der öffentlichen Bürgerversammlung am Donnerstagabend im Rathaus aus.

Erhalten oder nicht? Diese Frage ist noch nicht abschließend geklärt. Anlieger setzen sich für die Sanierung des alten Mühlenstein-Brunnens ein. Im bisherigen Konzept ist ein Bachlauf im hinteren Teil des Sommerfelder Platzes geplant. Dort, wo jetzt Bänke stehen. VA-Foto: Michaela Podschun

Andreas Hollstein, Architekt und Diplom-Ingenieur der Planungsfirma "Drees und Huesmann" aus Bielefeld-Sennestadt, fasste gemeinsam mit Michael Fißmer aus der Stabsstelle für Stadtentwicklung, Öffentlichkeitsarbeit und Bauen, die Umgestaltung des Sommerfelder Platzes kurz zusammen.

Sie gaben in diesem Zusammenhang die Ergebnisse des Ausschusses weiter, der sich vergangene Woche getroffen hatte. Dort hatten die Ausschuss-Mitglieder erfahren, dass eine Sanierung des Mühlstein-Brunnens die gleichen Kosten verursachen würde wie der anvisierte neue Brunnen in Form eines Bachlaufes.

Eine handvoll Anwohner waren zur Bürgerversammlung gekommen, unter ihnen Ilse Koch: "Wir Anlieger haben uns in vorigen Gesprächen zu 80 Prozent für die Erhaltung des alten Brunnens ausgesprochen. Ich kann nicht verstehen, warum unsere Meinung übergangen wird". Die alten Mühlsteine gehören in die Altstadt. "Ich glaube nicht, dass ein moderner Platz für Vlotho förderlich ist", meinte sie bezüglich der vorgestellten Planungen.

Michael Fißmer und Andreas Hollstein sagten, dass der alte Brunnen undicht sei, eine Sanierung sei eben nun mal nicht billiger als die Installierung eines neuen Brunnens. Auch die Lage des neuen Bachlaufes wurde kritisch gesehen. An die Stelle des Mühlstein-Brunnens soll eine Bushaltestelle kommen, der neue Brunnen rückt zurück und soll in der Nähe der Stellplätze angelegt werden. "Wenn man dann auf den Sommerfelder Platz zugeht, fällt der Blick damit auf die Bushaltestelle. Das animiert mich aber nicht, weiterzugehen", bemerkte Ilse Koch. Auch andere Zuhörer wünschten sich einen schöneren Blickpunkt für den Sommerfelder Platz.

Bodo Kohlmeyer (SPD) war enttäuscht: "Ich hätte mehr erwartet. Es tut sich nicht viel beim Sommerfelder Platz, außer dass der Bus dann durchfährt." Sein Herz hänge aber nicht am alten Brunnen, der mittlerweile als "Sumpfloch" gelte. Günter Lienen (SPD) erinnerte an die Diskussionen, den alten Brunnen an seiner Stelle zu lassen, ihn aber kleiner und gewölbter zu machen: "Wir brauchen an dieser Stelle einen Eyecatcher". Für ihn stellte sich die Frage, warum eigentlich so wenig Bürger zur öffentlichen Beteiligung ins Rathaus gekommen waren.

Michael Fißmer erläuterte, dass er im Zuge der langwierigen Planungen beim Integrierten Stadtentwicklungskonzept (Isek) vehemente Meinungen gegen den alten Brunnen wie auch für einen neuen verzeichnet habe. Er versprach, den starken Zuspruch für den Erhalt des Mühlstein-Bauwerkes umgehend an alle Fraktionen weiterzuleiten, die dann in ihre Beratungen gehen.

Sabine Obodda (Linke) und Bodo Kohlmeyer merkten außerdem an, dass die Fällung der "alten" Bäume schade sei. Denn bis neue Stämme soweit gewachsen seien, dauere es Jahre. Kohlmeyer merkte an, dass der Verein "Moral und Ethik" die Bäume vor Jahren gespendet habe. Sabine Obodda gab den Wunsch nach einem überdachten Spielplatz weiter. Welche Spielgeräte zusätzlich aufgestellt werden, das sollen spätere Ausbau-Planungen ergeben. Doris Piloth vom Kinderschutzbund erinnerte daran, dass schon vor einiger Zeit angedacht war, die hintere Wiese für Kinder nutzbar zu machen.

Der zeitliche Ablauf sieht nun vor, dass am 15. Februar über das Konzept "Sommerfelder Platz" entschieden wird. Danach geht es an die Ausbauplanungen und an die Ausschreibungen. Anfang Juni sollen die Arbeiten starten, rund vier Monate dauern.

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Copyright © Vlothoer Anzeiger 2012
Dokument erstellt am 03.02.2012 um 21:15:38 Uhr
Kommentare
Wenn die Kosten eh in etwa gleich sind, bietet sich die Sanierung an. Immerhin hat dieser Brunnen ein besonders Ambiente. Dass er gepflegt werden muss, dürfte selbstverständlich sein, das gilt auch für einen nachgemachten Bachlauf. Und immerhin gehen die Kollersteine auf eine uralte Papiermühle zurück. Hat nicht jede Stadt und eine so kleine wie Vlotho schon garnicht! Immer ein Viertelpfund, mit dem man auch wuchern kann.



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