Peter Dittmer hat die Sauberkeit im Blick und könnte bald auch Knöllchen verteilen
Er sorgt dafür, dass diese Ärgernisse schnell abgestellt werden. Er spricht beispielsweise Hausbesitzer und Geschäftsleute an und sagt den zuständigen Behörden Bescheid.
Peter Dittmer geht gerne durch die Innenstadt und schaut sich um. Jetzt hat er eine öffentliche Aufgabe. Jürgen Meier, ehemaliger Geschäftsmann, hatte die Idee für einen "Kümmerer." Er diskutierte sie im Arbeitskreis "Kunst und Grün", der sich nach dem Innenstadtgespräch im Sommer gegründet hatte. Die Verwaltung nahm den Vorschlag erfreut auf.
Gemeinsam mit Jürgen Meier stellten Stefanie Lohne aus der Stabststelle Stadtentwicklung und Christian Hohmeier von den Vlothoer Wirtschaftsbetrieben den neuen "Stadtkümmerer" vor. Peter Dittmer ist ehemaliger Friseurmeister und wird zunächst ehrenamtlich arbeiten. "Auf lange Sicht müssen wir sehen, ob das so bleibt", meinte Christian Hohmeier mit Blick auf eine eventuelle Aufwandsentschädigung.
"Ich engagiere mich gerne und habe nun Zeit", betonte Peter Dittmer. "Wir wollen uns gegenseitig unterstützen und Dinge auf dem kleinen Dienstweg lösen", so Christian Hohmeier. Nicht immer erfahre die Verwaltung sofort, wenn irgendwo der Schuh drücke. Wenn Peter Dittmer sehe, dass eine Straßenlaterne defekt ist oder die Wasserpumpe am Roseneck leckt, dann gibt er umgehend Meldung.
"Gerne können mich die Bürgerinnen und Bürger ansprechen", sagte der Senior und freut sich auf Anregungen. Jürgen Meier betonte, dass es allgemein um Sauberkeit ginge. Besonders wichtig: Graffiti.
"Im Winter achtet Herr Dittmer auch darauf, ob Schnee geräumt und gestreut wurde", erklärte Jürgen Meier. Und ergänzte, dass der neue "Kümmerer" auch den ruhenden Verkehr überwachen könnte, sobald die Befugnisse klar geregelt seien. Wie Christian Hohmeier erklärte, prüfe die Stadt gerade diese Idee. Peter Dittmer könnte eventuell die Kraft unterstützen, die die Verwaltung seit Anfang des Jahres beschäfigt, weil Falschparker – gerade in der Innenstadt – zugenommen hatten.
Für die Außenbezirke ist der neue "Kümmerer" aber nicht zuständig. "Ich konzentriere mich auf die Innenstadt, gehe auch durch angrenzende Straßen." Die Kommune setzt aber auf den beispielhaften Charakter der Aktion. Vielleicht gebe es ja bald auch einen "Kümmerer" auf dem Bonneberg oder in Valdorf.
Als wären heutzutage nicht schon eh alles überreguliert soll es nun auch noch
eine "Rentner-Polizei" geben, die die Anwohner "anscheißt" und Geld für die
Stadtkasse eintreibt. Wohin so etwas führen kann sieht man in Osterode im Harz.
Der dortige ehrenamtliche "Stadtkümmerer" schrieb bislang gut 30.000 Knöllchen gegen seine
Mitbürger und vergiftet seit Jahren den sozialen Frieden in der Stadt.
Hat Vlotho nicht wichtigere Probleme zu lösen als Falschparker zu drangsalieren?
Man sollte froh darüber sein, wenn sich überhaupt noch jemand in die "tote" Innenstadt
verirrt. Kaufen kann man dort ja schon lange nichts mehr und zum shoppen fahren
wir doch eh alle lieber in die großen Einkaufszentren auf der grünen Wiese.
Dann lieber jemanden der nicht nur meldet, sondern auch gleich anpackt und
Missstände beseitigt und kleine Schönheitsreparaturen direkt ausführen kann.
Das muss nicht ehrenamtlich sein sondern könnte von der Stadt mit einem oder mehreren 400 EURO Jobs
erledigt werden. Umgelegt auf ca. 20.000 Einwohner wäre das für jeden Einwohner
nur ein minimaler Beitrag zur Sauberkeit und zur Steigerung des "Wohlfühlfaktors" in unserer Stadt.
Ein Vlothoer.