Interview: Leo Lammert möchte Jugendarbeit forcieren und dem Frauen-Fußball eine höhere Bedeutung beimessen
Auch das war ein entscheidender Grund dafür, warum er bisher nie in offizieller Vorstandsfunktion beim SC Vlotho tätig war. Welche Ziele er in seiner bald frei werdenden Zeit mit dem Klub vom Winterberg verfolgt, darüber sprach er mit VA-Sportredakteur Jörg Wehling.
Herzlichen Glückwunsch, Herr Lammert. Hatten Sie irgendwelche Zweifel an ihrer Wahl zum 1. Vorsitzenden?
Ehrlich gesagt, nein. Ich habe das Amt gerne angenommen, weil ich in ein funktionierendes Vorstands-Team komme. Die positive Resonanz der Mitglieder bei der Versammlung hat mich wirklich gefreut.
Welches Thema werden Sie nun als Erstes anpacken und was sehen Sie als vorrangiges Ziel ihrer Arbeit als Vereinschef?
Zunächst einmal geht es darum, die Planungen für die Saison 2012/2013 voranzutreiben. Gespräche mit unseren Trainern und Spielern haben wir bewusst auf die Phase nach der Hauptversammlung gelegt. Ich selber möchte mich mehr um den sportlichen Bereich kümmern, wobei unser Fußball-Obmann Stephan Gold noch mehr in die Verantwortung rücken soll.
Wie sieht die künftige Ausrichtung des Vereins aus? Was möchten Sie ändern oder verbessern?
Ich möchte erreichen, dass die aktiven und passiven Mitglieder besser miteinander zusammenarbeiten. Gerade der Passivbereich ist für den Klub enorm wichtig, weil sie durch ihre Mitgliedsbeiträge die wichtigsten Sponsoren des SC Vlotho sind und sich zudem sehr mit dem Verein identifizieren.
Weiterhin soll der SC Vlotho seiner Rolle als integrativer Verein durch Sport noch mehr gerecht werden. Da hat mein Vorgänger Markus Drawert bereits den richtigen Weg eingeschlagen.
Ändert sich etwas an der sportlichen Gewichtung?
Im Prinzip nicht. Die erste Männer-Mannschaft bleibt das Aushängeschild. Dennoch möchte ich, dass die Männer- und die Frauen-Mannschaft noch gleichberechtigter nebeneinander stehen. Ich habe dass Gefühl, dass bei den Frauen eine höhere Identifikation mit dem Verein vorhanden ist.
Wie soll sich das im Vereinsleben niederschlagen?
Ich kann mir vorstellen, dass man zum Beispiel ein hochklassiges Frauen-Turnier mit Teams weit oberhalb der Landesliga etabliert. Damit würden wir auch ein anderes Publikum ansprechen und den Verein interessanter machen.
Über welches sportliche Ziel würden Sie sich am meisten freuen?
Ich halte die Integration von Jugendlichen und jungen Menschen in den Sport für extrem wichtig. Wenn wir eines Tages einmal vom Verband eine Auszeichnung für Integration bekommen würden, wäre das für mich höher zu bewerten, als ein Landesliga-Aufstieg der Männer-Mannschaft.