Donnerstag, 17.05.2012
| Impressum | Kontakt | Sitemap | Newsletter

28.10.2009
Mannschaft der Justizvollzugsanstalt siegt
American Football: Teambildung trägt Früchte / 19:12-Erfolg hochverdient / Positive Erfahrung hilft auch draußen
VON ULRICH FINKEMEYER

Herford (nw). Es war eine Deutschland-Premiere, das erste American-Football-Spiel im Strafvollzug zwischen den Black Devils der Justizvollzugsanstalt (JVA) Herford und den Rheine Raptors am Sonntagnachmittag in der JVA Herford.

Die Herforder Black Devils (links) lauern darauf, mehrere Yards Raum zu gewinnen. Fotos: Ulrich Finkemeyer

Die Rheinenser American Footballer, immerhin in der Landesliga einen vierten Platz einnehmend, waren zu dem Zweck nach Herford gereist, um über vier Mal zehn Minuten auf einem Halbfeld sich den JVA-American Footballern zu stellen. "Meine Jungs hatten einen Riesenrespekt vor den Raptors und glaubten, überrannt zu werden", schilderte Black Devils-Trainer und JVA-Führungskraft André Bauch, selbst ehemaliger American-Footballer, die Stimmungslage vor der Spielpremiere. Doch die Sorge war unbegründet.
Mitglieder der Black Devils, Trainer Andre Bauch und JVA-Leiter Friedrich Waldmann (v. l.) nehmen von Herbert Hilkenbach (r.) einen Blockschlitten (hinter dem JVA-Leiter) entgegen.


JVA-Mannschaft zeigt beherztes Spiel

Die JVA-Mannschaft zeigte ein beherztes Spiel und besiegte die Raptors 19:12 (13:6). André Bauch hatte in zehnmonatiger Trainingsarbeit seine 24 Spieler, in zwölf Defense- und zwölf Offense-Spieler aufgeteilt, bestens vorbereitet und war nach dem Sieg hoch zufrieden. "Ich hoffe natürlich, durch diese Leistung die Freigabe für weitere Spiele zu erreichen". Die Rheine-Raptors hatten mit ihrem Kick-Off die Black-Devils-Offense in eine gute Situation gebracht, sodass diese die 50 Yards bis zur Endzone schnell überbrücken und schließlich mit einem ersten Touchdown und dem folgenden Extra-Goal 7:0 in Führung gehen konnten.

Nachdem das Spiel lange Zeit ereignislos hin und her wog, verlor Devils-Quaterback Gasek den Spielball an den Gegner. Rheine kam über einen Touchdown auf 6:7 heran. Das Extra-Goal verstanden die Devils zu verhindern. Über 13:6 nach zwei Vierteln - Gasek hatte seinen Fehler wieder gut gemacht und den Ball in die Endzone getragen - kamen die Raptors wieder auf. Doch nach dem 13:12 machten die Herforder wieder sechs Punkte und hielten nach dem 19:12 die Gäste in den letzten zwei Minuten durch aufopfernden Einsatz von ihrer Endzone fern.

"Das war ein verdienter Sieg für die Devils", fand auch Schiedsrichter Matthias Lohheide, der überhaupt keine Probleme mit der Spielführung hatte. "Die Rheinenser hätten zum Schluss hin etwas weniger Härte ins Spiel bringen sollen", merkte der Unparteiische noch an.

Angetan war JVA-Leiter Friedrich Waldmann von der sportlichen Leistung seiner Mannschaft. "Hier war gut zu sehen, wie die Teambildung Früchte getragen hat. Eine sicherlich positive Erfahrung für die Jungs, die ihnen auch draußen weiter helfen kann".

Verein besteht seit 40 Jahren

Am 22. Oktober 1969 wurde in Herford der Verein für Straffälligenhilfe gegründet. "Wir unterstützen mit Geld- und anderen Spenden die Arbeit in der Justizvollzugsanstalt", erläuterte der 2. Vorsitzende Herbert Hilkenbach die Vereinsarbeit. Hilkenbach war selbst 35 Jahre Mitarbeiter der JVA-Herford und neun Jahre ihr Leiter. Das 40-jährige Vereinsbestehen nahm das Vorstandsmitglied zum Anlass, der American-Football-Mannschaft ein Trainingsgerät, einen Blockschlitten, zu schenken.

Dokumenten Information
Copyright © Vlothoer Anzeiger 2012
Dokument erstellt am 28.10.2009 um 02:25:01 Uhr


ePAPER
Wetter in Vlotho
Heute
14°

-1°
Sonne
05:27 Uhr

21:17 Uhr
Regen
5%
Wind
11 km/h
aus W