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09.11.2009
"Zuwanderung Gewinn für den Vereinssport"
LSB-Schulsportbeauftragter Rainer Ruth zu den Zukunftsaussichten der Vereine
VON JÖRG WEHLING

Vlotho (va). Auf die Bedeutung der Offenen Ganztagsschulen und Migrationsherausforderungen für den Verein der Zukunft ging Rainer Ruth, Schulsportbeauftragter des Landessportbundes NRW, in seinem Vortrag im Rahmen der ordentlichen Mitgliederversammlung des KSB Herford in Vlotho ein.

Rainer Ruth, LSB-Schulsportbeauftragter. VA-Foto: Wehling

"Es ist eine der großen Herausforderungen für unsere Vereine. Doch in Nordrhein-Westfalen tut sich was", sagte Ruth, der selber Lehrer an einer Hauptschule mit offenem Ganztag ist. In seinem rund halbstündigem Vortrag nannte er die Chancen, die der offene Ganztag für die Vereine bietet.

"Die Zuwanderung ist ein Gewinn für den Vereinssport", berichtet Ruth. Das sind unter anderem die Bestandssicherung und Zukunftsfähigkeit von Vereinen durch neue Mitgliederpotenziale, aber auch die Überlebenssicherung von Sportarten mit Nachwuchsmangel. Zudem gebe es dadurch auch eine Zuwanderung von neuen Leistungsträgern und qualifizierten Trainern.

Wichtig ist es nach Ruths Ansicht aber auch, dass sich die Vereine auf die Entwicklung im Kinder- und Jugendsport einstellen müssen. Bisher realisierte sich der Kinder- und Jugendsport als duales System in den beiden Säulen Schul- und Vereinssport. Mittlerweile sei aber mit dem außerunterrichtlichen Schulsport im Bereich des offenen Ganztages ein dritter Sektor hinzugekommen. "Immer mehr Angebote werden im organisatorischen Raum von Schule entstehen und stattfinden. Dadurch kommt es auch insgesamt zu einer Ausweitung der Angebote im Kinder- und Jugendsport", so Ruth weiter.

In diesem Zusammenhang wies er auf die zentrale Bedeutung der Koordinierungsstellen (BeSS) hin, die als Berater für Vereine, Schulen und Schulträger tätig sind.

Anhand einer Pilotstudie "Mitgliederentwicklung mit BeSS", in Essen aus dem Jahr 2008 machte der LSB-Beauftragte deutlich, dass die Mitgliederzahlen der Vereine ohne die Zusammenarbeit der Koordinationsstellen sinkt.

Anhand des Beispiels der Hans-Tilkowski-Schule in Herne zeigte Ruth zudem den praktischen Nutzen auf, der sich aus dem offenen Ganztag für die Vereine ergeben hat. Kooperationsvereinbarungen mit verschiedenen Klubs (Westfalia Herne, Herner Turnclub) sind entstanden, zudem haben sich verschiedene Sportarbeitsgemeinschaften (Rückschlagspiele, Basketball, Tanz) gebildet.

"Vielleicht muss man darüber nachdenken, dass es künftig andere Formen von Mitgliedschaften in Vereinen geben wird. Denkbar wären dabei zum Beispiel Schulsportvereine, wie es sie in anderen Bundesländern bereits schon gibt."

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Dokument erstellt am 08.11.2009 um 22:25:08 Uhr


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