Man kann wie Frankreich und andere durchaus der Meinung sein, dass die Brandmauer um den Euro so hoch sein muss, dass die Spekulation schon allein dadurch unterbleibt. Doch da Deutschland der größte Zahler bei allen Rettungsaktionen ist, müsste es bei jeder weiteren Aufstockung wieder tief in die Tasche greifen. Das aber lehnt die Mehrheit der Bundesbürger ab. Angela Merkel weiß also, warum sie sich mit Macht gegen derartige Forderungen stemmt. Das Risiko, für das sie jetzt schon bürgen, halten die Deutschen gerade noch für akzeptabel.
Aber auch sachlich spricht fast alles für die deutsche Haltung. Am Beispiel Griechenland lässt sich ablesen, dass alles Geld nichts hilft, wenn nicht die Ursachen eines Desasters beseitigt werden. Es sei denn, die Europäer übernähmen die kompletten Schulden des Landes, was außerhalb jeder ernsthaften Betrachtung liegt. Dass weder die Troika noch die privaten Geldinstitute bei ihren Sanierungsverhandlungen wirklich voran kommen, zeigt doch, dass Geld allein nicht ausreichend ist.
Deshalb liegt auch US-Finanzminister Geither daneben, wenn er so tut, als müsste die EU nur das Wachstum der griechischen Wirtschaft stimulieren, um das Hellas-Drama zu beenden. Denn Griechenland hat nicht die fiskalische und gesetzliche Infrastruktur, um einfach nur einen Schalter umzulegen und schon geht es los. So simpel ist das auf dem europäischen Flickenteppich nicht. Die Bundeskanzlerin weiß nun aber wenigstens, was sie auf dem EU-Gipfel am Montag erwartet. Sie wird den anderen erneut sagen müssen, dass alle drauf zahlen, wenn Deutschland überfordert wird.

