Die Arabische Liga gibt auf. Was sie in Syrien nicht schaffte, sollen nun die UN richten. Doch deren Aktionsradius ist begrenzt, so lange China und Russland jeden ernsthaften Befriedungsversuch verhindern. Also wird die Widerstandsbewegung nicht länger warten und dem Regime des Baschar al-Assad offen den Krieg erklären. Dazu ist sie militärisch in der Lage, denn Waffen finden immer ihren Weg in Krisengebiete. Politisch eint sie allerdings nur die Verachtung für Assad. Die Machtfrage stellt sich erst, wenn es gelingen sollte, den zu stürzen.
Der Einsatz der Liga war von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Zum einen tat das Regime alles, die Arbeit der Kontrolleure zu erschweren und zu diskreditieren, zum anderen waren die Teilnehmerländer längst nicht durchgängig neutral. In dieser Region hat noch immer jeder mit jedem eine Rechnung offen, ganz abgesehen von der Erzfeindschaft zwischen Sunniten und Schiiten und der Sorge der Feudalstaaten vor einer Infektion mit dem Revolutionsvirus.
Deshalb hat wohl auch der Vorstoß von Katar für ein militärisches Eingreifen in Syrien kaum eine Chance auf Realisierung. Die Araber wären mit Aussicht auf Erfolg schon logistisch und militärtaktisch auf eine derartige Operation erst nach so langer Vorlaufzeit in der Lage, dass Assad bis dahin noch sein halbes Volk massakrieren könnte. Und die Nato hat erkennbar keine Neigung, sich nach Libyen erneut zu engagieren. Die Aufständischen stehen allein auf weiter Flur.

