Donnerstag, 17.05.2012
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01.02.2012
THEMA: INTEGRATION VON ZUWANDERERN
Mehr Miteinander
VON CHRISTOPH PEPPER

In Deutschland leben rund 16 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund, also Zuwanderer oder ihre Kinder. Das sind annähernd 20 Prozent der Gesamtbevölkerung. Schon diese Zahlen machen klar, dass sich die Politik längst nicht mehr mit Sonntagsreden und Alibi-Veranstaltungen um das Thema Integration herumdrücken kann, wie sie es viel zu lange getan hat - aus Angst vor was auch immer, in jedem Fall aber zum Schaden aller Beteiligten und des ganzen Landes.

Immerhin ist die aktuelle Regierung in dieser Frage deutlich weiter als alle ihre Vorgängerinnen - in der Ansprache existierender Sachverhalte ebenso wie in der Identifizierung von Handlungsnotwendigkeiten. Ob "Integrationsgipfel" da nicht ein Rückfall in alte Als-ob-Verhaltensmuster sind, darüber lässt sich trefflich diskutieren. Auch darüber, ob getroffene oder vorgeschlagene Maßnahmen nicht deutlich weiter gehen könnten.

Immerhin tragen solche Veranstaltungen dazu bei, das Thema öffentlichkeitswirksam zu vergegenwärtigen. Es besteht ja eben durchaus nicht im Wesentlichen aus den Skandalblöcken wie ausländerfeindliche Morde, gesellschaftliche Diskriminierung oder aber auch Bildungsdefizite und Integrationsverweigerung in bestimmten Zuwanderungsmilieus, wie von jeweils interessierten Seiten suggeriert wird. Es besteht vor allem im täglichen gesellschaftlichen Miteinander, das sich auf vielfältigsten Ebenen und in unterschiedlichster Ausprägung ganz selbstverständlich ergeben muss. Wobei es eben nicht "die Zuwanderer" und "die ursprünglichen Deutschen" gibt, weil beides definitorische Fiktionen sind.

Mehr Zuwanderer im öffentlichen Dienst ist ein Weg, der staatlich sinnvoll zu fördern ist. Ein Integrationsministerium wäre ein weiterer, eine Quote sicher nicht. Mehr Miteinander allerdings ist zuvorderst eine Aufforderung an alle Bürger. Sie sind es, die ihren Staat machen.

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Dokument erstellt am 01.02.2012 um 01:10:27 Uhr


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