Donnerstag, 17.05.2012
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04.02.2012
THEMA: HILFE FÜR GRIECHENLAND
Ein Rest Hoffnung
VON GEORG SPRANGER

Die Nachrichten aus Athen sind so verwirrend, dass die endgültige Rettung genauso möglich erscheint wie die Pleite. Mal fehlt noch ein zweistelliger Milliardenbetrag, dann gibt es urplötzlich sogar einen geringen Überschuss. Angeblich tragen alle Parteien den Rettungsplan von Übergangspremier Papademos mit, doch der muss mit Rücktritt drohen, um seine Pappenheimer bei der Stange zu halten. Und die Regierung preist die Einstellung von Rentenzahlungen an Tote als Beweis ihres Reformwillens, doch zur Umsetzung hat sie Monate mit verlorenen Millionen Euro gebraucht.

So jagt Griechenland seine Helfer permanent durch ein Wechselbad der Gefühle und darf sich deshalb nicht wundern, dass die Frage nach einer gesteuerten Insolvenz im Kreis der Geldgeber wieder lauter diskutiert wird. Die neueste Version: Wenn der Krisenmechanismus ESM wie erwartet funktioniere und Griechenland dann noch immer nicht wirklich reformiere, müsse es in den einstigen Kandidatenstatus zurück versetzt werden und könne sich dann Ende des Jahrzehnts wieder um einen Beitritt bemühen.

Das Problem bei diesem Szenario ist die unvermeidliche Sogwirkung auf die nächsten Wackelkandidaten Portugal und Spanien. Vor allem Lissabon ist ein Problemfall, seine Schuldenlast pro Kopf seiner Bürger ist eine der höchsten in der Europäischen Union und ein Schuldenschnitt nach griechischem Vorbild, den die EU-Staatenlenker eigentlich ausgeschlossen haben, wäre unvermeidlich, wenn die Krise eingegrenzt bleiben soll.

In der kommenden Woche soll die endgültige Entscheidung über die Hilfe für Athen fallen. Bis dahin besteht noch Hoffnung, dass EU und Euro nicht irreparabel geschädigt werden.

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Dokument erstellt am 04.02.2012 um 08:10:02 Uhr


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