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22.12.2009
Keine Genehmigung für Tierpark-Betreiber
Kreis Lippe bemängelt Zuverlässigkeit / Ronny Schäfer aus Lemgo möchte Auffangstation im Kalletal betreiben
VON MICHAELA BERBALK

Kalletal (va). Der Tierpark steht vor dem Aus. Die Hoffnungen des neuen Betreibers haben sich zerschlagen. Der Grund: Die Veterinärbehörde des Kreises Lippe erteilt ihm keine Betriebs-Genehmigung.

Der Kalletaler Tierpark steht vor dem Aus. Bis zum 31. Januar sollen die Tiere weggegeben werden. | Archivfotos: Berbalk

Vor zweieinhalb Monaten hat der Lemgoer Ronny Schäfer das Gelände des Tierparks mit samt der Tiere erworben. "Ich sei nicht zuverlässig, sagt der Kreis Lippe", so der 38-Jährige gestern gegenüber dem VA. Diesen Grund bestätigt Anne Helpup aus der Pressestelle des Kreises Lippe. In wochenlanger Prüfung sei man zu diesem Ergebnis gekommen. Nähere Einzelheiten wollte sie aufgrund der Privatsphäre des Lemgoers nicht öffentlich äußern.

Ronny Schäfer weiß nach eigener Auskunft nicht, wie die Behörde zu diesem Ergebnis gekommen ist. Angeblich habe es mit seinem Lebenslauf zu tun. "Ich kann das nicht verstehen. Seit 20 Jahren bin ich mit meiner Frau verheiratet, wir haben fünf Kinder", so Schäfer. Mit Tieren kenne er sich auch, habe sich nichts zuschulden kommen lassen. Zusammen mit seiner Frau Diana als Geschäftsführerin betreibt er die Firma Futtermittel Lemgo GmbH. Einen Tierpark hat er noch nicht besessen, plante aber, eine Auffangstation dort einzurichten. Vonseiten des Veterinäramtes sei er auf den Verkauf des Tierpark aufmerksam geworden. Und genau diese Behörde verweigere ihm nun die Genehmigung.

"Wir unterstützen dabei, die Tiere bis Ende Januar wegzugeben", so Anne Helpup über die gesetzte Frist. Nach Angaben von Ronny Schäfer befinden sich noch 21 Tiere dort, darunter vier Tiger, drei Wölfe und sechs Paviane. Die Bären, deren artgerechte Haltung bereits vor einem Jahr (VA berichtete) für Wirbel gesorgt hatte, sind bereits in einem Park in Müritz untergebracht worden.

Der neue Besitzer sieht sich außerstande, innerhalb von sechs Wochen die Tiere abzugeben. "Einschläfern kommt für mich gar nicht infrage. Und weswegen? In den vergangenen zweieinhalb Monaten habe ich mich um alles gekümmert." Die Tiere würden gefüttert und sauber gehalten. An verschiedenen Gehegen sei das Plexi-Glas entfernt worden. Kontakt zu Tierärzten, die den Tierpark betreuen, habe es auch schon gegeben.

Tierschutzorganisation schaltet sich ein

Die artgerechte Haltung der Bären sorgte bereits für Wirbel. Die Bären wurden mittlerweile nach Müritz gebracht.

Frank Albrecht von der Tierschutz-Organisation "Peta" hat gestern eine Mail mit der Bitte um Stellungnahme an den Kreis Lippe geschickt, nachdem er von Ronny Schäfer über die derzeitige Situation informiert worden war. "Nach jetzigem Stand ist es auch mir unklar, warum Herr Schäfer die Genehmigung nicht bekommt. Daher möchten wir bis zum 8. Januar Auskunft haben", so Frank Albrecht. Nach seiner Ansicht ist es nicht möglich, die Tiere bis zum 31. Januar zu vermitteln. Die Organisation "Peta" hatte den Tierpark Kalletal schon früher im Blick und die nicht artgerechte Tierhaltung kritisiert.

Der Tierpark beherbergte zeitweise bis zu 100 einheimische und exotische Tiere in etwa 20 Arten. Attraktionen waren die täglichen Fütterungen und Wolfsabende, mit denen Tierparkleiter Dr. Dirk Neumann bekannt wurde. Der Tierpark wurde 1969 von dem Arzt Dr. Heinrich Stocksmeier gegründet. 1995 ging der Tierpark in den Besitz der Familie Geenen über.

Dokumenten Information
Copyright © Vlothoer Anzeiger 2012
Dokument erstellt am 21.12.2009 um 22:25:08 Uhr
Letzte Änderung am 23.12.2009 um 04:08:14 Uhr
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